Naturschützer zählen Tiere in der „Stunde der Wintervögel“

„Stunde der Wintervögel“. Norbert Kilimann (stehend) mit anderen Vogelliebhabern.
„Stunde der Wintervögel“. Norbert Kilimann (stehend) mit anderen Vogelliebhabern.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Während in den Gärten zumeist Sperlinge in der Überzahl sind, ist am Haus der Natur der Stieglitz der Renner. das liegt am guten Futter. Am Sonntag wurde wieder gezählt.

Herne..  Es ist einen Moment ruhig im Haus der Natur am großen Fenster, hinter dem sich etliche Besucher versammelt haben, den Blick nach draußen gerichtet, wo sich an der Futterstelle im Garten gerade kein Vogel blicken lässt. Plötzlich ruft Norbert Kiliman in der Runde: „Der Eichelhäher ist da!“ Und noch etwas hat er entdeckt: „Oben sitzt das Männchen vom Dompfaff.“ Jetzt wird es wieder spannend, auch Simon zückt sein Fernrohr. Im Keller bringen ein paar Mitglieder die Teleobjektive in Position, im ersten Stock beobachten andere das Geschehen aus der Vogelperspektive.

Simon ist mit seinem Opa Jürgen Pahl und der ganzen Familie hier. Er ist mit seinen knapp vier Jahren der jüngste der rund 25 Besucher, die am Sonntagvormittag in die Vinckestraße gekommen sind. Der Herner Nabu hat zum fünften Mal zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ eingeladen, eine Aktion, bei der Jahr für Jahr der Bestand aufgenommen wird, um schleichende Veränderungen in der Vogelwelt festzustellen.

Ungefähr 30 Gartenbesitzer in Herne beobachteten bei der Aktion im letzten Jahr das Treiben in ihren Gärten, sagt Kilimann, der 1. Vorsitzende des Nabu in Herne, um dann dem Nabu Bericht zu erstatten. Etwa 1000 Vögel wurden dabei registriert. „Der Sperling wurde am meisten gezählt“, sagt Kilimann. Die Vogelbeobachter können sich zwischen Freitag und Sonntag eine Stunde ihrer Wahl aussuchen, in der sie von jeder Art die höchste Anzahl von Vögeln notieren, die gleichzeitig zu beobachten waren.

Im Haus der Natur wird nur am Sonntagmorgen gezählt, allerdings mit anderen Ergebnissen, sagt Norbert Kilimann. „Hier ist der Stieglitz der absolute Renner.“ 21 Tiere sind am Futterplatz gesichtet worden, der das ganze Jahr über mit Sonnenblumenkernen, gehackten Erdnüssen, Hanf und Fetthaferflocken lockt. Was sich auf die Artenvielfalt auswirkt: 36 Arten wurden schon beobachtet, zeitweise bis zu 200 Tiere. „Letztes Jahr hatten wir 117 Erlenzeisige“, sagt Kilimann. Allerdings im kälteren Februar.