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Naturschützer zählen im Vogelparadies

10.01.2016 | 18:01 Uhr
Naturschützer zählen im Vogelparadies
Stunde der Wintervögel 2016 im Haus der Natur. Auf dem Programm stand Vögel beobachten, zählen und fotografieren.Foto: Barbara Zabka /

Herne.   Der Garten rund das Haus der Natur lockt zahlreiche Vogelarten und damit am Sonntag auch Naturfreunde an. In der „Stunde der Wintervögel“ geht es nicht ohne Block und Bleistift.

Norbert Kilimann stürmt zum Fenster - „Hier! Da!“. Der erste Vorsitzende des Naturschutzbundes (NABU) Herne zeigt mit dem Finger auf einen Buntspecht. Die Kinder staunen und drücken sich ihre Nasen an der Fensterscheibe platt. Sie befinden sich auf der ersten Etage des „Hauses der Natur“. Die Stunde der Wintervögel hat geschlagen.

Die Mitglieder des Naturschutzbundes Herne füttern die Tiere das ganze Jahr über. Vogelfutter, geschälte Sonnenblumenkerne, Fett und Mehlwürmer stehen ganzjährig bereit. Die Vögel wissen das und steuern die Station in großen Scharen täglich an - eine perfekte Situation für eine Zählung. Der Bund hatte Vogelfreunde eingeladen, an der bundesweiten Mitmachaktion teilzunehmen. Auf drei Etagen konnten Besucher die Vögel beobachten und zählen. Im Keller bunkerten sich vor allem die Fotografen ein, die aus der Froschperspektive einen Schnappschuss ergattern wollten. Auf den oberen Etagen waren die Werkzeuge Fernglas, Stift und Papier. Die Besucher trugen die Gattungen und die Anzahl der Vögel in eine Liste ein. Kilimann übersandte sie daraufhin per Internet an den Bundesverband. Aus den vielen einzelnen Beobachtungen bastelt der Bund eine Gesamtliste für die einzelnen Städte, die für alle frei einsehbar ist.

So können bundesweite Trends erfasst werden. In der hauseigenen Liste waren bereits zwei Gartenbaumläufer, 15 Distelfinken, zwei Grünfinken und 15 Stieglitze, der „Vogel des Jahres!, eingetragen. Aber wie können sie sicher sein, dass es nicht immer der gleiche Vogel ist? Kilimann: „Wir zählen immer nur, wie viele Vögel gleichzeitig da sind“. 15 Stieglitze heißt: 15 Vögel gleichzeitig an der Futterstelle. Die 30 Besucher zählten rund 35 Vogelarten. Es ist bereits das sechste Mal, dass der NABU die Aktion in Herne anbot. Man kennt sich. Zwischen Amsel, Fink und Star war auch Platz für ein Pläuschchen bei Kaffee und Kuchen. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Zulauf“, sagte Kilimann, „wir haben hier im warmen Haus beste Sicht und müssen nicht draußen in der Kälte stehen“. Die Zahl der Vögel ist jedes Jahr unterschiedlich hoch. 2011 seien es teilweise über 200 Tiere gleichzeitig gewesen. „Da war alles voll“, erinnerte sich der Vorsitzende. Neben den gefiederten Freunden war es ein Eichhörnchen, das – vor allem von den kleinen Besuchern – viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Immer wieder versuchte der Nager die Futterstationen aufzubrechen oder einen Jungvogel zu fangen. Für Vogelbeobachter und –fotografen steht das Haus das ganze Jahr über offen. „Einfach an der Tür klingeln“, sagt der Vorsitzende. Die Vögel werden da sein – mit Sicherheit.

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2016-01-10 18:01
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