Nadia Ihjeij und Patrick Nagel spielen in Flottmannkneipe

Nadia Ihjeij
Nadia Ihjeij
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sie lernten sich beim Jugendkulturpreis „Herbert“ kennen. Nun machen die Newcomer Nadia Ihjeij und Patrick Nagel gemeinsame Sache.

Unterschiedlicher könnten sie nicht sein, die zwei jungen Musiker, die Freitagabend in der Flottmannkneipe auftraten. Patrick Nagel und Nadia Ihjeij kennen sich vom Herner Jugendkulturpreis „Herbert“ – Nadia holte sich einst den zweiten Platz, Patrick wurde Dritter. Jetzt haben sich die beiden Sänger zum ersten Mal zusammengetan und einen gemeinsamen Auftritt auf die Beine gestellt, bei dem trotzdem jeder seinem Stil treu blieb.

Nadia trägt ein kurzes Matrosenkostüm, blutroten Lippenstift und einen Sombrero – den allerdings nur „aus Gründen der Lächerlichkeit“, wie die 20-Jährige selbstironisch erklärt. Das Publikum ist schon vor dem ersten Song völlig hin und weg von der quirligen Sängerin. Und das, obwohl sie doch „super aufgeregt“ ist. Nach dem ersten Song landet der Sombrero in der Ecke – genug lächerlich gemacht.

Nadia singt auf Deutsch, meist bitterböse und politisch herrlich unkorrekte Texte. Wie beim Lied über CDU und CSU, das nur aus diesen Buchstaben und einigen wohl eher tierischen Lauten besteht. Schiefe Töne und Texthänger wirken gewollt. Die knapp 70 Zuhörer lachen. „Ihr habt Spaß, aber ich leide hier“, sagt Nadia mit Augenzwinkern und setzt sich mit ihrer Gitarre auf einen Barhocker: „Eigentlich kann ich nämlich gar nicht im Stehen spielen!“

Jeweils eine halbe Stunde stehen beide Künstler einzeln auf der kleinen Bühne. Patrick Nagel ist das Kontrastprogramm zu Nadia. Er trägt ein graues T-Shirt und Jeans. Mit seiner Akustikgitarre und kräftiger, warmer Stimme singt er englische Songs aus Blues und Folk und Rock. Die meisten Stücke sind selber geschrieben, Covers singt er nur, wenn ihm das Lied ganz besonders gut gefällt. Der 21-Jährige wirkt locker, unaufgeregt. Wenn Patrick Gitarre spielt, dann wackelt die Bühne. Er ist voll bei der Sache, geht in seiner Musik auf. Dem Publikum scheint’s gut zu gefallen. Weil Patrick Nagel seine Musikerkarriere professionell aufziehen möchte – „einen Plan B gibt es nicht“ –, verkauft er an diesem Abend auch gleich seine erste CD. Acht Songs sind drauf. Rockiger Blues, bodenständige Texte.