Nachbarn stinkt die Recyclingfirma nebenan schon seit langem
04.09.2009 | 12:14 Uhr 2009-09-04T12:14:00+0200
Herne/Bochum. Ein Gutachten bestätigt jetzt endlich, was die Nachbarn eines Recycling-Unternehmens schon lange riechen: die Geruchs-Beeinträchtigungen sind erheblich. Nun Der Regierungspräsident macht Angelegenheit deshalb zur Chefsache.
Ende 2007 – Stefan Fleischmann will die Gerüche vor seiner Haustür nicht mehr ertragen. Der 41-Jährige, der in Riemke wohnt, seine Kinder aber in Herne zur Schule schickt, entscheidet sich zur Gegenwehr. Zunächst hört sich Fleischmann in der Nachbarschaft um. Er will wissen: Wie viele Menschen klagen in Bochum und Herne über jenen Müll-Gestank, der von dem Riemker Recyclingunternehmen Kost ausgeht?
In einem Umkreis von einem Kilometer werfen Fleischmann und die Mitglieder der Interessengemeinschaft Gartensiedlung Flugblätter in die Briefkästen. Nach und nach stellt sich heraus: Die Menschen im Herner Süden, aber auch jene in Riemke beschweren sich zu Hunderten. Allein in jenem Ein-Kilometer-Umkreis, den Fleischmann und Mitstreiter zunächst ins Visier nehmen, wohnen der Interessengemeinschaft zufolge mehr als 10 000 Bürger.
Information um Information sammeln die Kämpfer gegen den Gestank. Sie hinterfragen Genehmigungen, befragen Experten und machen sich bei öffentlichen Bürgerversammlungen und in Briefen mehrfach Luft. Die Kommunalaufsicht reagiert zunächst mit einer Ordnungsverfügung, die den bei Kost gelagerten Grünabfall betrifft. Als auch diese erfolglos bleibt, gibt sie ein Geruchsgutachten in Auftrag. Die Schnüffelnasen nehmen Proben, untersuchen, ob die Geruchsbelästigungen die gesetzlich geregelten Ausmaße übersteigen. Über ein halbes Jahr lang sammeln die Experten Daten. Die Zeit des Wartens beginnt. Und der Gestank? Der kommt wieder und immer wieder.
Ergebnis der staatlichen Schnüffelei:Gleich an mehreren Probepunkten gibt es „nachhaltige Beeinträchtigungen”
Am Donnerstag nun präsentieren Gutachter und Kommunalaufsicht die Ergebnisse der staatlichen Schnüffelei: Gleich an mehrere Probepunkten gibt es „nachhaltige Beeinträchtigungen”, so die Bezirksregierung. Die Bewohner der Südstraße, jene der südlichen Strehlener Straße, der Riemker Straße in Herne sowie die Anwohner von Meesmann- und Keplerstraße in Bochum sind im Besonderen betroffen. „Auch mir stinkt's. Wir müssen und werden durchgreifen”, lässt der Chef der Bezirksregierung, Helmut Diegel, bereits am Vormittag verlauten.
Die Anwohner nehmen die Nachricht aus Arnsberg erleichtert entgegen. „Jetzt haben wir es amtlich, wir sind keine Randalemacher und auch unsere Nasen sind okay”, sagt Richard Blome (41). Auch Raimund Pöpping (66), Anwohner der Feldkampstraße, fällt „ein großer Stein vom Herzen”.
Überraschend an den Aussagen der Gutachter: Es ist nicht – wie bisher angenommen – der organische Abfall, der im Besonderen riecht. Es müffelt vor allem nach normalem Müll. Der bei Kost gelagerte Grüne-Punkt-Abfall muss dafür die Quelle sein.
Unternehmer will erst abwarten
Unternehmer Paul Kost will zunächst abwarten, bis das Gutachten schriftlich vorliegt und dann entsprechende „Maßnahmen ergreifen”. Das Heft des Handelns liege bei der Bezirksregierung, er aber sei zu konstruktiven Gesprächen bereit, so Kost zur WAZ.
Wie der Gestank verschwinden soll, ist bisher offen. Aber: Die Anwohner wollen den weiteren Fortgang des Verfahrens sehr genau beobachten. „Der Geruch muss weg”, sagt Fleischmann. Die Aussagen des RP, der das Thema gestern zur Chefsache erklärt hat, seien lediglich ein Teilerfolg. Wenn es hart auf hart gehe, wollen die Anwohner vor dem Verwaltungsgericht klagen. „Das Thema ist noch nicht vom Tisch”, so Fleischmann.
07:59
Alles halb so schlimm.
22:29
@ 9
das glaub ich fast auch.
die frage ist immer nur welche moutivation steckt hinter einem kommentar.
betroffenheit ist immer nötig.
der name kost duftet sagt ja alles.
nur steht im artikel das die firma kost stinkt, und zwar amtlich.
jeder kommentator outet sich durch diesen oder seinen nickname.
09:11
Ich glaube nicht das einer der Kommentatoren bei Kost arbeitet.
08:51
Die Naivität der AGR und Kostleute ist wirklich zum schmunzeln.
Die müssen doch selber wissen welche falschen Angaben in Anträgen gemacht wurden.
Das es finanziell so schlecht um AGR und Kost steht liefert Ihr auch noch so jedem Freihaus.
Und das Ihr selber nicht wisst wer euch genehmigt hat ist schon ein Ding.
Oder hat etwa Herr Kost auf Bochumer Politikern gebaut?
Wer auf Sand und Lügen baut ist selber Schuld
08:49
@ #4 Farg doch mal bei KOST nach ob die nicht ein kleines stückchen Land auf ihrem Gelände für Dich frei haben und bau Dir doch ein Haus darauf dann kannst Du ja direkt jeden Tag ne Nase voll von der herrlichen Landluft nehmen!!!! Aber wenn Du so darauf stehst ich habe täglich reichlich Haus- und Gartennmüll.Kann ich Dir ja vorbeibringen und Du kannst den ja in Deiner Wohnung sammeln.Manch anderer benutzt Raumspray habe ich mal gehört ;-)!
07:08
Einige Umbauten und Filter, dann geht es weiter. Wovon will die verschuldete Stadt Bochum einen Umzug der Firma Kost bezahlen. Immerhin hat sie die Genehmigung zum Betrieb der Firma Kost am Standort erteilt.
07:03
Die Kommentatoren der Fa. Kost zeigen wie viel Angst die Firma hat.
Und diese Angst ist berechtigt!
Heute war das nur ein Etappensieg.
Die Karten der Bürgerinitiative sind anscheinend ziemlich gut und die Joker sind noch nicht ausgespielt.
Wenn die Firma überleben will, und das soll sie auch, dann sollte sie schnellstens dorthin gehen wo sie niemanden belästigt und gesundheitlich gefährdet.
06:48
Die ständigen Meckerer wegen der gesunden Landluft, es ist nicht zu verstehen.
22:31
Dabei hatte sich Kost und der AGR Geschäftsführer doch so viel Mühe gegeben während des Gutachtens nicht so stark zu stinken.
Alle Verarschearbeit vergebens.
Die AGR Vorstände geben viel auf Gutachten!
Oder aber, die geben viel (Geld) für Gefälligkeitsgutachten.
Wie viel Schaden will die AGR und Kost (AGR Tochter) denn noch bei sich selbst und in der Nachbarschaft anrichten?
22:18
Warum so euphorisch? Nach fast 2 Jahren Untätigkeit bestätigt Arnsberg, dass die Nasen der Anwohner sich nicht irren. Ich hätte da von Arnsberg mehr erwartet. Auch wenn es Beamten sind, so müsste es doch möglich sein mit sieben (7!!!!) Monaten Vorlaufzeit (6 Monate Gutachten + 1 Monat Prüfung, Auswertung) Anordnungen bereits in der Schublade zu haben um sie dann herauszuholen, wenn der wahrscheinliche Fall eintritt, dass die Erheblichkeit festgestellt wird. Stattdessen wieder Verzögerungstaktik und Gespräche und Sitzungen und und und. Wann wird die Bezirksregierung endlich ihren Job machen und für die Einhaltung bestehender Gesetze sorgen?
Diese Gesetze (hier das BImSchG) schützt die Bürger vor ERHEBLICHEN Geruchsbelästigungen. Aber diese Gestze müssen auch umgesetzt werden. Von Arnsberg!
ICH FRAGE: WANN???
Feiert schön weiter, ich bleibe äußerst skeptisch.
Der Realist