Musiktalent aus Wanne-Eickel trifft Ralph Siegel

Mit sechs Jahren lernte Maurice Zappe Gitarre und Klavier spielen - aber nicht, weil seine Eltern ihn zum Unterricht schickten. Die Instrumente brachte er sich selbst bei - mithilfe des Online-Videokanals Youtube.
Mit sechs Jahren lernte Maurice Zappe Gitarre und Klavier spielen - aber nicht, weil seine Eltern ihn zum Unterricht schickten. Die Instrumente brachte er sich selbst bei - mithilfe des Online-Videokanals Youtube.
Foto: Ralph Bodemer / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der 17-jährige Wanne-Eickeler Maurice Zappe versuchte es schon in verschiedenen Casting-Shows. Jetzt hofft der Schüler auf den Durchbruch.

Herne.. „Wieso ich singe? Weil ich mit Musik meine Gefühle ausdrücken und verarbeiten kann“, sagt Maurice Zappe. Das macht er seit seinem achten Lebensjahr so. Jetzt wittert er seine große Chance: Er trifft sich mit Deutschlands bekanntestem Musikproduzenten, Ralph Siegel.

Früh war dem heute 17-Jährigen klar, dass Musik für ihn etwas ganz Besonderes ist. Mit sechs Jahren lernte er Gitarre und Klavier spielen - aber nicht, weil seine Eltern ihn zum Unterricht schickten. Die Instrumente brachte er sich selbst bei - mithilfe des Online-Videokanals Youtube. „Dort gibt es genug Tutorials, die man sich ansehen kann“, erklärt Zappe, der sicher ist, dass es bei Youtube Anleitungen für alles gibt.

Youtube spielt auch aktuell eine große Rolle im Leben des Wanne-Eickelers. Denn dort lädt er in seinem Channel eigene Videos hoch, in denen er meist Balladen berühmter Künstler singt.

Produzenten und Plattenfirmen angeschrieben

In Witten befindet sich das Tonstudio, in dem er mit dem Produzenten Heinz Gruß zusammenarbeitet. Er habe einfach mal Produzenten und Plattenlabels angeschrieben, ob sie nicht Interesse an einem jungen Sänger hätten, erzählt der Schüler des Berufskollegs. Und das habe funktioniert.

Solange der Durchbruch noch nicht geschafft ist, gibt es aber noch einen zweiten Weg, über den Zappe seinen Traum weiter verfolgen will: Casting-Shows.

Mit zehn Jahren probierte er sich das erste Mal in der Sendung „Das Supertalent“. Erfolg hatte er dort nicht, versuchte es aber weiter: „Ich war zum Beispiel noch bei ‘DSDS Kids’, ‘The Winner is’ und ‘Rising Star’“, zählt Zappe einige seiner Casting-Etappen auf. Bis auf die große Bühne reichte es aber nie. Nach Rückschlägen aufgeben? Nein, das war für den 17-Jährigen keine Option: „Dass ich früh rausgeflogen bin, hat mich nicht demotiviert. Es war eher so, dass es mich noch mehr angespornt hat, besser zu werden.“

Dieter Bohlen sagte ihm deutlich die Meinung

Die ersten richtigen Zweifel an sich und seiner Musik kamen im letzten Jahr auf. Bei „Deutschland sucht den Superstar“ wurde er bis zur Jury mit Dieter Bohlen vorgelassen, der ihm deutlich seine Meinung sagte. „Nach gerade mal drei Sekunden sollte ich aufhören zu singen und Dieter sagte ‘Junge, mach lieber ‘ne Ausbildung’. Das hat mich wirklich getroffen.“

Die Bestätigung, doch ein talentierter Sänger zu sein, kam aber kurz darauf. Bei „The Voice of Germany“, einer Casting-Show, bei der es nur um die Stimme gehen soll, verpasste er nur knapp den Sprung in die Sendung. Er solle Gesangsunterricht nehmen und im nächsten Jahr wiederkommen, sagten ihm die Produzenten.

Erfolg bei Casting in Dortmund

Zuletzt versuchte er sein Glück bei einem offenen Casting in Dortmund. Dort suchte die Agentur Ufa-Talentbase mit Produzent Ralph Siegel „Die Stimme von Morgen“ und fand einen vielversprechenden Kandidaten: Maurice Zappe. Deutsche Musik würde er dann mit Produzent Siegel machen, den er schon bald kennenlernen wird. Das ist für ihn aber kein Problem, denn eines seiner Vorbilder ist Tim Bendzko, dessen Lied „Am seidenen Faden“ er selbst schon coverte.

Sein Hobby zum Beruf machen wäre schön, ist aber kein Muss. „Ich könnte mir gut vorstellen, Polizist oder Bürokaufmann zu werden“, sagt Zappe. „Aber Musik machen werde ich immer!“