Motorsport mit Miniaturautos – ein Hobby für Väter und Söhne

Stefan Formann (li.) in der Boxengasse.
Stefan Formann (li.) in der Boxengasse.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Flinke Fernsteuer-Autos, dramatische Duelle und viel Technik: Der Auto- und Motorsportclub (AMSC) Herne ist ein Verein für kleine und große Jungs.

Mit bis zu 40 Stundenkilometern düsen die kleinen, bunten Flitzer über den Teppichboden der Sporthalle an der Burgstraße in Eickel. 100 Meter ist die Rennstrecke lang. Sieben Minuten lang duellieren sich mehrere der bunten Fahrzeuge. Am Ende zählen die schnellsten drei Runden oder die Gesamtanzahl. Jungen und Männer lenken die Autos aus der Ferne. Sie stehen auf einem Sportkasten am Rand der Rennbahn – ihr Fahrzeug immer im Blick.

Jeden Samstag treffen sich die Mitglieder des Auto- und Motorsportclubs (AMSC) Herne, um gemeinsam an ihren Modellautos zu schrauben und sie anschließend auszuprobieren. Sie bauen und fahren Tourenwagen im Größenverhältnis eins zu zehn. Angetrieben werden die Wagen von unterschiedlich starken Akkus.

Es gibt sogar Mini-Oldtimer

„Wir fahren in drei Klassen“, erklärt Hermann Fuchs, erster Vorsitzender des AMSC. Die schnellste ist die Sportklasse für Fahrzeuge mit 17,5 „Turns“ (Umdrehungen), gefolgt von der Speedklasse mit 13,5 Turns und der Hobbyklasse, deren Motoren mit einer vergleichsweise geringen Wattzahl fahren. „Je kleiner die Turnzahl, desto stärker der Motor“, so Fuchs. „Zusätzlich starten manchmal so genannte Historienklassen bei unseren Rennen“, erklärt Fuchs weiter. Die Liebhaber-Fahrzeuge sind dann mit einer entsprechenden historischen Karosserie versehen.

Selbst die Gestaltung der Hartplastik- oder Karbondeckel für die Feinmechanik der Rennwagen erheben einige der Männer zu einer Kunst. Das Schrauben und Tüfteln an den Wagen gehört für viele von ihnen zum größten Spaß. „Ich baue 95 Prozent der Fahrzeugteile selber“, berichtet Ulrich Steinkamp stolz. Der Oberhausener ist als Bohrwerksdreher beruflich ausgelastet, trotzdem verbringt er für die Modellautos seines 14-jährigen Sohnes 20 Stunden pro Woche im Keller. „Fräsbank, Drehbank, Lötkolben – mittlerweile habe ich das alles“, zählt er auf. Die Fummelarbeit macht ihm einfach Spaß.

Sohn Alexander dankt es ihm und tritt mit den Fahrzeugen nicht nur in Herne, sondern auch bei internationalen Wettbewerben an. „Ich war zum Beispiel schon in Luxemburg.“ Es gibt Wettbewerbe in der Halle und auf Außen-Rennstrecken. Doch am besten gefällt Alexander die Gemeinschaft.

Auch der Vorsitzende des Herner AMSC betont: „Dies ist eine Tätigkeit, die man nur gemeinsam ausführen kann.“ Zwar tüftle jeder an seinem eigenen Fahrzeug herum, der Wettbewerb funktioniere aber nur zusammen. Auch wenn die Mitglieder gegeneinander fahren: „Wir bleiben immer kollegial.“