Mont-Cenis-Schule hilft frierenden Flüchtlingen

Mont-Cenis-Schüler und Lehrer Max Meissner sammeln Kleidung für den Nordirak.
Mont-Cenis-Schüler und Lehrer Max Meissner sammeln Kleidung für den Nordirak.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Eine Spendensammlung an der Mont-Cenis-Schule trifft auf unerwartet große Resonanz. Warme Kleidung und mehr geht jetzt in den Nordirak.

Herne..  Schüler durchstöberten ihre Kleiderschränke, Lehrer schauten zuhause, was sie an warmer Kleidung erübrigen konnten, auch Direktor Udo Müller trennte sich von einigen guten Pullovern: Auf riesengroße Resonanz stieß ein Spenden-Aufruf an der Sodinger Mont-Cenis-Gesamtschule, initiiert von Bio- und Sportlehrer Max Meissner. Der 65-jährige Lehrer aus Leidenschaft und sein Team haben dermaßen viel zusammen bekommen, dass sie ein zweites Transportfahrzeug benötigen. Sie hoffen jetzt auf Unterstützung durch die Stadt Herne.

Bitterkalt ist es derzeit in den Bergen Nordiraks, in denen Tausende von Flüchtlingen in einfachen Zelten versuchen, den Winter zu überleben. Davon erfuhr auch die Mont-Cenis-Schule und sie hörten auch, dass die „Jesidische Gemeinde“ mit der Organisation „Global Aid Network Gießen“ Hilfstransporte in den Nordirak durchführt. Dorthin, wo Menschen verschiedener Glaubensgemeinschaften, Muslime und Christen, aus Angst vor den Terroristen des IS (Islamischer Staat) flohen. „Ich habe eine warme Mütze, Handschuhe und Jacken von meinen Brüdern gespendet“, sagt Oberstufenschülerin Yasmina Kariouh (18). Sie habe so viele Klamotten, da sei es doch sinnvoll, einem Kind etwas Gutes zu tun, das friert.

750 Flyer wurden verteilt. Max Meissner ist überrascht über die Menge der gespendeten Kleidung, der Gehilfen, Brillen aber auch Hygieneartikel wie Shampoo oder Damenbinden. „Alles ist in einem hervorragenden Zustand“, freut sich der Pädagoge. Der Direktor pflichtet ihm bei: „Das ist hier wahrhaftig keine Altkleidersammlung.“ Und Oberstufenschülerin Rawaa El-Yaddouh zeigt ein paar Damen-Stiefeletten, an denen noch das Preisschild klebt: 69 Euro.

Die frierenden Menschen im Nordirak erregen an der Mont-Cenis-Schule besonderes Mitleid, weil hier Schüler vieler Nationen und Religionen lernen. „Manche von uns kennen Menschen aus dem Nordirak persönlich“, erläutert Yasmina Kariouh.

Die Spenden werden jetzt in Transporter gepackt und gehen dann auf den langen Weg durch Südeuropa, durch die Türkei, dann über die Grenze in den Irak. „Die Sachspenden werden von Helfern in die Flüchtlingslager gebracht und an die Notleidenden verteilt, die vor der Terrormiliz nur ihr blankes Leben retten konnten“, weiß Max Meissner. Direkte Hilfe aus Herne, kaum jemand von den Flüchtlingen wird wissen, wem er dankbar sein darf.