Mondritter unterstützen Lebensretter

Niemals untergehen: Grundschulen in Wanne-Eickel werden Mitglied der DLRG, dank finanzieller Unterstützung der Mondritter.
Niemals untergehen: Grundschulen in Wanne-Eickel werden Mitglied der DLRG, dank finanzieller Unterstützung der Mondritter.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hotte Schröder und seine Mondritter fördern alle zehn Grundschulenin Wanne-Eickel. Sie können dadurch kostenlos Mitglied in der DLRG werden.

Herne..  Zum Start des beispielhaften Vorzeigeprojektes kam sogar die Präsidentin der DLRG Westfalen angereist. Anne Feldmann war voll des Lobes für die Aktion der Wanner Mondritter. Die Gruppe um den Mann mit dem Zylinder fördert jetzt die Schwimmausbildung von Grundschülern. Hotte Schröder und Co. bezahlen die Mitgliedsbeiträge von zehn Schulen an die Lebensretter und machen dafür jedes Jahr 650 Euro locker. Wenn das nicht ritterlich ist!

Weniger Kinder können schwimmen

Zuerst wollten die Mondritter nur eine einzige Einrichtung fördern, am Ende sind es dann alle zehn in Wanne-Eickel geworden: „Nicht kleckern, sondern klotzen lautet unsere Devise“, erläuterte Schröder das Projekt am Montag in der DLRG-Station am Rhein-Herne-Kanal. Die Schwimmfähigkeit junger Menschen lässt nach, das wissen nicht nur die Ritter, das wissen auch die Retter: „Nur noch etwa die Hälfte aller Kinder kann am Ende der Grundschulzeit schwimmen“, machte Anne Feldmann deutlich. Eine bundesweite Umfrage habe zu diesem bedauernswerten Ergebnis geführt.

Grundschüler in Wanne-Eickel zahlen durch die DLRG-Mitgliedschaft fortan nur noch 20 statt 40 Euro, wenn sie das „Seepferdchen“ machen wollen. Ziel es zunächst, den Spaß am Wasser und damit auch am Schwimmen zu wecken. Die DLRG-Vorsitzende Ursel Müller freute sich über das Engagement der Mondritter. Ziel sei es, dass jedes Kind schwimmen kann. Rund 30 Stunden pro Woche kümmern sich ehrenamtliche Ausbilder um Schüler. Knapp 50 Schwimmlehrer hat der Verein mit 850 Mitgliedern.

Warum immer weniger Kinder schwimmen lernen? „Das hat verschiedene Gründe“, erläuterte Anne Feldmann. „Zum einen sind immer mehr Eltern beide berufstätig und haben keine Zeit mehr, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen. Zum anderen haben wir aber auch immer weniger junge Ausbilder, da diese selber oft bis 16, 17 Uhr in der Schule sitzen. Außerdem habe die Kinder heute immer mehr alternative Sportangebote.“

Der Schwimmunterricht der DLRG findet in den Lehrschwimmbecken der Schulen statt, die Prüfung erfolgt im Hallenbad.

Wenn es nach der Präsidentin geht, sollen die weiteren 233 Gruppen der DLRG in Westfalen dem Wanne-Eickeler Beispiel folgen. Denn: „Wichtig ist nicht nur, dass Kinder schwimmen können, sondern dass sie sich auch retten können.“ Und Volker Maiwald, Lehrer an der Claudiusschule, ist guter Hoffnung: „Ich bin mir sicher, dass das Projekt gut läuft.“ Bei derart großem Enthusiasmus wäre es ja auch schade, wenn es unterginge.