Modellspielzeug - große Faszination für den kleinen Maßstab

Autokauf der anderen Art: Bei manchen Modellen kann ein kleiner Farbunterschied einen großen Preisunterschied ausmachen.
Autokauf der anderen Art: Bei manchen Modellen kann ein kleiner Farbunterschied einen großen Preisunterschied ausmachen.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Freunde von Modelleisenbahnen und Modelspielzeug kamen gestern in der Akademie Mont-Cenis auf ihre Kosten. Sie konnten nach neuen Schätzen schauen.

Herne..  Die Intermodellbau in Dortmund ist das Hochamt für alle Freunde von Modellbahnen oder Modellspielzeug. Damit die Monate dazwischen nicht zu lang werden, finden regelmäßig Märkte in einem kleinen Maßstab statt. So wie gestern in der Akademie Mont-Cenis.

Der Begriff Spielzeug muss bei solchen Märkten relativiert werden. Denn viele der Loks, Waggons oder Autos sind etwas zu kostspielig, um sie einfach zu bespielen. Vieles wird in Setzkästen präsentiert oder in der Originalverpackung. Es gibt auch Schilder mit dem Hinweis: „Berühren verboten“.

Die „Eisenbahner“ sind an diesem Tag in der Mehrzahl, die Besucher können aus einer großen Palette an Modellen und Spurweiten auswählen. Auch Zubehör ist im Angebot. So könnte man aus Miniatur-Tannen den Schwarzwald nachbilden. Ob sie eine preiswertere Alternative für den echten Weihnachtsbaum darstellen, darf angesichts des Preisniveaus sogar bezweifelt werden.

Während Laien schnell den Überblick verlieren, machen sich Liebhaber gezielt auf die Suche. Wie Helmut Thiel. Er hat kommt aus Ratingen - die Nummernschilder auf dem Parkplatz signalisieren, dass der Markt deutlich über die Herner Stadtgrenzen hinaus strahlt. Thiel sammelt sogenannte 8000er Autos von Märklin, die in den 50er- und 60er-Jahren produziert wurden. Ob man fündig werde, wisse man vorher nie. „Man muss Glück haben.“

Thiel passt recht gut in die Zielgruppe von Modell-Spielzeugmärkten. „Ältere Männer mit weißen oder wenigen Haaren“, umschreibt Veranstalter Willi Breidenbach sie. Im Klartext: Die Szene schrumpft langsam. „Früher haben wir mit Autos gespielt, heute haben Kinder ein iPhone und eine Playstation“, nennt Breidenbach einen Grund.

Inga Baumert scheint eine Ausnahme zu sein. Die Studentin aus Aachen steht hinter einem Tisch mit Modellautos. Jung, weiblich, Sammlerin? Der Schein trügt. Sie hilft ihrem Vater, weil man so einen Stand schlecht alleine organisieren kann. Ulrich Baumert bietet Autos schon ab zwei Euro an, doch bei anderen Modellen schnellt der Preis in die Höhe.

Ob ein Modellspielzeug in Zukunft im Wert steige, lasse sich nicht vorhersagen, so Baumert. Es komme auf das Alter, die Auflage oder den Zustand an, weiß Willi Breidenbach. Als Beispiel nimmt er ein kleines Auto der Firma Hammer in die Hand. In der Standardfrage gelb kostet es drei Euro, in Grün steigt der Preis auf das Zehnfache. Bei einem Modell-Zirkuswagen macht ein fehlender Schornstein (der etwa so klein ist wie ein Streichholzkopf) einen Unterschied von 40 Euro aus.

Und mancher Markt ist völlig zusammengebrochen: Ü-Eier? Sind längst völlig verschwunden.