Mitreißender Underground Jazz mit Jonathan Ihlenfeld Cuñado

Patric Siewert, Jonathan Ihlenfeld Cuñado und Jaime Andrés Moraga beim Underground Jazz in den Flottmann-Hallen.
Patric Siewert, Jonathan Ihlenfeld Cuñado und Jaime Andrés Moraga beim Underground Jazz in den Flottmann-Hallen.
Foto: FUNKE Foto Services
Patric Siewert, Jonathan Ihlenfeld Cuñado und Jaime Andrés Moraga gaben am Montagabend ein beeindruckendes Konzert in den Flottmann-Hallen.

Herne..  Zusammen mit seinen Gästen, dem Schlagzeuger Jaime Andrés Morales aus Chile und dem bekannten deutsch-spanischen E-Bassisten Jonathan Ihlenfeld Cuñado, begeisterte Patrick Siewert am Montagabend in den Flottmann-Hallen mit eigenen Kompositionen im Rahmen der Reihe Underground Jazz die trotz des schlechten Wetters zahlreich erschienenen Jazzfans.

Zwei E-Bassisten und ein Schlagzeuger – diese Besetzung ist ungewöhnlich und ermöglicht einen faszinierenden Sound. Eine nostalgische Jazzballade ist Patrick Siewerts „Tokate“: Über den leisen, ruhigen rhythmischen Figuren von Jaime Andrés Morales entfaltet sich eine träumerische Melodie, die sich zu einem rasant-virtuosen Drum-Solo über der groovigen Begleitung der stilsicheren E-Bassisten Patrick Siewert und Jonathan Ihlenfeld Cuñado steigert. Rassig, von lateinamerikanischen und karibischen Rhythmen inspiriert, ist Jonathan Ihlenfeld Cuñados Komposition „Barcelona Nr. 5“; lautmalerische Drum-Akzente betonen den psychedelisch anmutenden Sound der beiden feinnervigen E-Bassisten Siewert und Ihlenfeld Cuñado in „Jazz Dance“. Sehr ausdrucksstark ist das eindringliche Wechselspiel der E-Bässe, die beide ihren unverwechselbaren Klang haben, in „Infam Eyes“, hektisch-aufgewühlt grollt die Melodie über akzentuierenden Drums.

Groovig ist auch die Komposition „Brother and Sister“ von Jonathan Ihlenfeld Cuñado: Untermalt von einem immer wiederkehrenden kurzen, aber ruhigen Schlagzeugmotiv scheinen sich die beiden E-Bässe in eine Geschichte ohne Worte hineinzuwühlen, geben sich wechselseitig Impulse und gewinnen dabei an Volumen, immer dunkler und grooviger wird der Klang.

Verträumt ist Patrick Siewerts Ballade „Impro 1“, melodiös entwickelt sich ein weich phrasiertes Thema über dezenten Drums, bis sich nach und nach verhaltene Erregung Bahn bricht. Spontane Bravorufe löste ein spannungsreiches Solo der beiden Bässe in Ihlenfeld Cuñados „Impro 2“ aus, bevor ein stimmungsvoller, mitreißender Jazzabend zum temperamentvoll-rockigen Sound von „Break down“ ausklang.

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