Mit viel Bewegung zurück ins Leben

ALS-Patient Paul Fischer trainiert mit Hilfe von Volkan Kiral. Er konnte seine Gesundheit durch das Training deutlich verbessern.
ALS-Patient Paul Fischer trainiert mit Hilfe von Volkan Kiral. Er konnte seine Gesundheit durch das Training deutlich verbessern.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Paul Fischer ist an ALS erkrankt. Der 57-Jährige konnte durch Fitnesstraining Fortschritte erzielen, und so sind erste Schritte ohne Rollator möglich.

Herne..  Die Krankheit verläuft bei Paul Fischer sehr verzögert. Durch zwei Stürze muss der an ALS-Erkrankte dennoch mit Hilfe eines Rollators laufen. Daher trainiert er nun regelmäßig im Fitnessstudio des Seniorenzentrums St. Georg, das von der Stiftung Katholisches Krankenhaus Marien Hospital betrieben wird.

„Ich kann inzwischen ohne Hilfe durchs Studio laufen. Mein Ziel ist es nun, meine Gehgeschwindigkeit zu erhöhen“, sagt der 57-Jährige. Um schnellen Schrittes ohne seinen Rollator unterwegs sein zu können, trainiert Fischer hart. Drei Mal die Woche ist er neben der üblichen Physiotherapie dabei, den Muskelschwund seiner Krankheit durch das Training an den Geräten zu vermindern. „Durch die Krankheit ist meine Feinmotorik eingeschränkt“, erzählt er. Und: „Je mehr ich trainiere, desto langsamer ist der Verlauf meiner Krankheit.“

Selbstständigkeit bewahren

Vor drei Jahren wurde die Diagnose bei Paul Fischer gestellt. „Nachdem ALS bei mir diagnostiziert wurde, war ich die erste Zeit total niedergeschlagen. Aber dann habe ich mich langsam zurück ins Leben gekämpft“, sagt Fischer. Er ist an einer Recklinghäuser Gesamtschule als Lehrer tätig und unterrichtet dort Mathematik und katholische Theologie. Von seinen Kollegen und seinen Schülern erhalte er viel Unterstützung. Bis vor kurzem hat er an seiner Schule auch Sport unterrichtet, leitet jetzt eine Sport AG.

„So lange ich bestimmte Dinge noch selber kann, möchte ich sie auch machen“, stellt der ALS-Kranke klar, dem es wichtig ist, seine Unabhängigkeit zu behalten. So schnürt er sich inzwischen vor jedem Training die Schnürsenkel seiner Sportschuhe selbst zu. Das war nicht immer so: Zu Anfang seines Trainings ließ er sich diese immer von seinem Trainer binden. „Egal, wie lange es dauert, bis Pauls Schuhe gebunden sind, ich lasse ihm diese Zeit. Das ist gut für sein Selbstwertgefühl“, sagt Volkan Kiral. Der Sport- und Fitnesskaufmann ist für das Training im Fitnessstudio zuständig und unterstützt dort wöchentlich um die 60 Menschen.

Zu Paul Fischer hat er eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut, und so besucht der ALS-Patient auch schon mal ein Fußballspiel des ehemaligen U19-Schalke-Spielers, der heute bei einem Wittener Verein kickt. „Wir beide sind ein Team“, sagt der Gesamtschul-Lehrer und strahlt seinen Trainer an. „Volkan unterstützt mich total. Er hat immer neue Ideen, wie er mich quälen kann“, lacht Fischer. Durch diese Teamarbeit, weiß er, habe er auch seine großen Fortschritte erzielen können.