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Mit Software gegen das Böse

20.02.2010 | 08:00 Uhr
Mit Software gegen das Böse

Herne. Wie die Herner Firma BridgeTronic in den internationalen Anti-Terror-Kampf eingebunden ist.

Es ist gar nicht leicht, einen Gesprächstermin mit Ute (49) und Bert (49) Höcker zu verabreden. Denn mehr als 200 Tage im Jahr, schätzt das Ehepaar, sind sie unterwegs, mal an der deutschen Küste, mal in Kanada. In Hamburg haben sie eine kleine Wohnung, doch ihr Lebensmittelpunkt, das ist nach wie vor das Ruhrgebiet. Von Herne aus entwickeln sie Technologien, Software, Ideen, die – das ist keine Übertreibung – Deutschland und Europa vor Terror-Anschlägen zu schützen helfen.

BridgeTronic heißt ihre Firma, sie ist maßgeblich in den internationalen Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität verwickelt. Und zwar so: Wenn etwa die Anti-Terror-Einheit der Bundespolizei, die GSG 9, die deutschen Küsten bewacht, auf hoher See Uran-Schmuggler, Menschenhändler oder Piraten abfängt, dann müssen die GSG-9-Schiffe für jeden erdenklichen Ernstfall gewappnet sein. Die Elektronik an Bord muss mehrere Meter hohe Wellen und daraus resultierende Erschütterungen aushalten, Beschuss überstehen – und BridgeTronic sorgt dafür, dass Brücke und Stromversorgung auch unter Extrembedingungen noch funktionieren. Das Herner Unternehmen entwickelt auch „digitale Verschlüsselungstechniken”: Methoden, die ein Schiff für Radare unsichtbar werden lassen. Das geschieht via Adaption. Die Höckers haben sich darauf spezialisiert, Technologien aus der Privatwirtschaft, die also etwa für Yachten entwickelt wurden, für den militärischen Gebrauch zu modifizieren, „aufzupeppen”.

BridgeTronic ist in Deutschland nahezu konkurrenzlos. Die GSG-9-Projekte werden über das Bundesinnenministerium vergeben, BridgeTronic nimmt regelmäßig an Ausschreibungen teil. „Die nationale und internationale Sicherheit ist ein hochsensibler Bereich. Man muss ein technischer Allrounder sein, außerdem sind wir zu Testzwecken oft auf See. Über diese Einsatzbedingungen sind sich die anderen Bewerber nicht im Klaren”, sagt Geschäftsführerin Ute Höcker.

Und weil sie, ihr Mann und die vier Mitarbeiter an den Standorten Hamburg und Kappeln/Schley eben in diesem hochsensiblen Bereich arbeiten, sind sie zur Verschwiegenheit verpflichtet. Verwandte und Bekannte bekämen nur „zehn bis 15 Prozent” von dem mit, was die Höckers tun: Die beiden wissen viel, dürfen aber das meiste nicht preisgeben. Überhaupt leidet ihr Privatleben unter dem Beruf. Ihr Handy ist 24 Stunden am Tag eingeschaltet, jeden Moment könnten die GSG 9, das SEK oder die Marine anrufen, könnten technische Schwierigkeiten die Anwesenheit der Fachleute erfordern. Dann müssten die Höckers sofort ins nächste Flugzeug steigen. „Manche haben wenig Verständnis dafür, dass man ständig unterwegs ist und oft bis nachts arbeitet.” Nicht Geld motiviere sie. Ute Höcker: „Man braucht schon eine Menge Idealismus. Schließlich helfen wir, für Deutschlands Sicherheit zu sorgen.”

Jonas Erlenkämper

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Kommentare
20.02.2010
16:12
Mit Software gegen das Böse
von Der_Horsthausener | #1

Der letzte Satz ist echt die beste Werbung... oweia...

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