Mit „Ship Ship Hurra“ über den Kanal
12.08.2010 | 13:42 Uhr 2010-08-12T13:42:00+0200
Wanne-Eickel.Zur Herner Local Heroes-Woche haben Chris Wawrzyniak und seine Mitstreiter vom Flottmannschen „Roomservice“-Team „Kurzfilmwaren“ vom Bochumer Videofilmfestival mit einem Live-Programm kombiniert und auf die „Friedrich der Große“ verfrachtet.
Nimmt man den beseelten Gesichtsausdruck von Chris Wawrzyniak als Gradmesser für das Gelingen der ersten Kurzfilm-Party zu Wasser, ist schon kurz nach dem Ablegen klar: Dieser Abend ist ein Erfolg. Zur Herner Local Heroes-Woche der Kulturhauptstadt 2010 hatten Wawrzyniak und seine Mitstreiter vom Flottmannschen „Roomservice“-Team „Kurzfilmwaren“ vom Bochumer Videofilmfestival mit einem Live-Programm kombiniert und auf die „Friedrich der Große“ verfrachtet. „Ship Ship Hurra“: beste Laune an Bord, von Anfang an.
Sie waren nur so geströmt. 160 Besucher, vom Wanner Anleger am Westhafen auf das gute alte Fahrgastschiff, von Käpt’n Bleich persönlich begrüßt. Er sollte sie die nächsten dreieinhalb Stunden nach Henrichenburg und zurück fahren, vorbei an Schrottplätzen und grünen Ufersäumen.
Von den wummernden Beats gleich aufs Achterdeck gesogen, wo die Musik spielte und das Rauchen erlaubt war, verließ mancher das Herz des Partygeschehens im Laufe des Abends wohl nur für den einen oder anderen Gang zur Theke. DJ Toomsen aus Berlin war hier am Werk und die VJs von Metaloop, Miniroc ließ Gameboys rhythmisch fiepen, und Emma vom gleichnamigen Elektropop-Duo aus Essen bot auch was fürs Auge. Längst tanzte das fahrende Volk zu diesem Zeitpunkt, allen voran die jugendlichen „Wave to Community“-Gäste aus den Partnerstädten Wakefield und Konin. Nicht ganz so leicht wie die Musikabteilung hatten es am Anfang Sträter und Tobi Katze gehabt. Die beiden Wortakrobaten zogen angesichts des Geräuschpegels ihre geplante „Bravo- und Beipackzettellesung“ zurück und trugen stattdessen ein paar eigene lustige Texte vor.
Ach ja, und dann waren da ja auch noch die Filme. Ein eher lärmsensibles, sprich älteres, Publikum verzog sich treppab in den Vorführraum, wo ein anspruchsvolles „Best of“-Programm des Bochumer Festivals lief, eine Alternative zum lauten Treiben auf Deck. Weitere Videoblöcke waren im Bug auf Bildschirmen mit individuellen Kopfhörern zu verfolgen, wo auch eine preisgekrönte figürliche Installation von Patrick Praschma („Roomservice“) stand, seine Medienwissenschaften-Masterarbeit zum „geistigen Auge“: Schau mir in den Kopf, und du weißt, was ich denke. Bei den Partypassagieren erübrigte sich ein Blick ins Hirn. „Mehr davon“ stand ihnen ins Gesicht geschrieben.
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