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Mindestlohn : 7,50 Euro als Untergrenze

24.10.2008 | 19:57 Uhr

DGB wirbt auf dem Robert-Brauner-Platz für eine flächendeckende Einführung. Klare Entscheidung von SPD gefordert

"Kein Lohn unter 7,50 Euro"- mit diesem Slogan warb der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Freitag auf dem Robert-Brauner-Platz für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns.

Dieser Stundenlohn, so Sven Bönnemann von der IG Bau, sei allerdings "die absolute Untergrenze". Auch mit einem Mindestlohn von 7,50 Euro sei man immer noch bedürftig und auf Zusatzleistungen angewiesen, sagte Bönnemann. Das fand auch Verdi-Vertreter Norbert Arndt: "Ein Mindestlohn von 7,50 Euro ist natürlich viel zu niedrig angesetzt. Bei 6,80 Euro befände man sich ja schon auf Hartz-IV-Niveau. Trotzdem: Es ist ein Anfang."

Norbert Arndt forderte in Sachen Mindestlohn eine klare Entscheidung der SPD. Diese, so Arndt, hätte zwar für den Mindestlohn in der Postbranche gestimmt, eine Initiative der Linken für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn jedoch abgelehnt. Gerd Bollmann, Herner SPD-Abgeordneter im Bundestag, stellte klar: "Wir sind für den gesetzlichen Mindestlohn." Allerdings befinde man sich nun einmal in einer Koalition, weshalb man sich momentan auf Mindestlöhne in einzelnen Branchen beschränken müsse.

Welche Vorteile ein Mindestlohn für die Arbeitnehmer hat, liegt auf der Hand. Für Sven Bönnemann profitieren aber auch die Arbeitgeber: "Durch den Erhalt eines gesetzlichen Mindestlohnes erfahren die Angestellten Wertschätzung. Dadurch steigt die Bereitschaft, Leistung zu bringen, die Motivation ist generell höher - und das kommt ja letztendlich den Arbeitgebern zugute". Trotzdem sei Vorsicht bei der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes geboten. Bönnemann: "In einigen Branchen haben wir bereits höhere Mindestlöhne und müssen aufpassen, dass die nicht auf 7,50 E zurückfallen."

Letztlich, so Norbert Arndt, müsse der Mindestlohn Teil eines Maßnahmenpakets werden. Der Mindestlohn allein sei nicht "der Weisheit letzter Schluss". JuK

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Kommentare
26.10.2008
07:49
Mindestlohn : 7,50 Euro als Untergrenze
von archiv1 | #5

Wie sagte einmal ein Unternehmer ( 56 Einzelhandelfachgeschäfte) zu mir: Ich finde immer einen dummen Menschen, der für 5,-- € bei mir an der Kasse steht und im Geschäft Waren einräumt. Es gibt genug, die Arbeit suchen. Schuld haben sie selber, warum organisieren sie sich nicht und versuchen, ihre Lage zu verbessern.. Ein gesetzlicher Mindestlohn von 10,-- € würde ihre Lage verbessern. Dafür muss man kämpfen.

25.10.2008
18:07
Mindestlohn : 7,50 Euro als Untergrenze
von ulrich von der Mont-Cenis-Str. | #4

DGB wirbt für einen Mindestlohn von 7,50 Euro/Std.
Welch eine neue Kampfform! Wurde früher noch für so manche DGB Forderung gestreikt, so hat sich im Laufe der jahrzehnte die Durchsetzungsstrategie völlig verändert, frei nach dem Motto: Wenn sich die Anderen nicht verändern, dann verändern wir uns!? Vom Kämpfen zum Fordern, vom Fordern zum Appellieren, vom Appellieren zum Werben. Fehlt nur nach das Beten. Ja und dann die Argumente:
Herr Bönnemann sieht in einer Zahlung eines Mindestlohnes von 7,50 Euro eine Erfahrung von Wertschätzung der Angestellten. Dadurch fühlen sich die Wertgeschätzten dermaßen Überbezahlt, dass sie bereit sind, Leistung zu bringen, so Herr Bönnemann. Ja , waren sie das etwa vorher nicht??? Jeder der in einem Betrie arbeitet weiss, dass Leistung immer gefordert wird, egal zu welchem Lohn, sonst droht sehr schnell der Rausschmiss. Das mag ja für Gewerkschaftsfürsten anders sein. Und Herr Bollmann bekundet seine Zustimmung zu einem gesetzlichen Mindestlohn mit einer ablehnenden Begründung: Wir sind in einer Koalition! Gut, dann muss der Wähler halt auch die SPD abwählen, denn in der Opposition sind sie immer für Alles. Die CDU brauchen wir auch nicht, die hat mit Mindestlöhnen so viel am Hut wie der Papst mit seiner Frau. Ich bin in meinem bisherigen Arbeitsleben in 14 Betrieben beschäftigt gewesen, zwischenzeitlich auch mal erwerbslos. Mir wurden Stundenlöhne von 6,80 Euro angeboten durch die
Personalservice Agenturen (W.I.R.). Das war Ausbeutung mit Clementscher Willigung Die Arbeiter und Angestellten brauchen Entgelte, die auf einer 35 bis 40 Std Woche basieren und mindestens 1600 Euro/Monat erbringen. Um das allerdings durchzusetzen muss der DGB nicht werben, sondern mobilisieren und sogar auch kämpfen! Und Kämpfen heisst: gegen die Arbeitgeber und ja, siehe Herr Bollmann, gegen die sogenannten Sozialdemokratischen Meinungsmacher.

25.10.2008
08:03
Mindestlohn : 7,50 Euro als Untergrenze
von spdler | #3

Warum nur sind Herrn Bollmann die Argumente ausgegangen und er sich aufs Pöbeln gegen Gewerkschafter und Linke konzentrieren musste...

25.10.2008
05:47
Mindestlohn : 7,50 Euro als Untergrenze
von Müllpdler | #2

Peter, fehlt nur noch der Hinweis zum echten offenen Mikro auf der echten Montagsdemo.

24.10.2008
20:54
Mindestlohn : 7,50 Euro als Untergrenze
von Peter Weispfenning | #1

Gut, dass der DGB aktiv ist für Mindestlöhne. Nur: 7,50 Euro bedeuten kaum mehr als Hartz IV, wenn man Kinder hat, muss man ergänzendes ALG beantragen. 10 Euro Mindestlohn sind das mindeste! Und: Hartz IV muss weg. Es zwingt die Menschen in Niedriglohnjobs. Was sagt Herr Bollmann denn zu diesen Gesetzen aus der SPD/Grünen Ära?

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