Millionen-Klage gegen Herner Marienhospital eingereicht

Dienstleistungen für das Seniorenzentrum St. Georg sind ein Grund für die Klage.
Dienstleistungen für das Seniorenzentrum St. Georg sind ein Grund für die Klage.
Foto: Joachim Haenisch
Was wir bereits wissen
Die Herner Stiftung Marienhospital ist von der Elisabeth-Gruppe verklagt worden. Sie soll mit 2,8 Millionen Euro im Zahlungsrückstand liegen.

Herne.. Es gibt neuen Wirbel um die Stiftung Marienhospital: Die Stiftung ist auf Zahlung von rund 2,8 Millionen Euro verklagt worden. Das bestätigte das Landgericht Bochum auf Anfrage der WAZ-Redaktion.

Nach Recherchen der WAZ fordert die Gesellschaft für Serviceleistungen im Gesundheitswesen mbH (GSG) diesen Betrag von der Stiftung.

Diese GSG gehörte in der Vergangenheit selbst zur Stiftung Marienhospital, kam aber im Zuge der Fusion mit der Elisabeth-Gruppe auch unter deren Dach. In der GSG sind Dienstleistungen wie Gebäudereinigung, aber auch Pflege und die Zubereitung von Essen zusammengefasst. Auch Personal wurde zur Verfügung gestellt - für das Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth-Stift sowie das Seniorenzentrum St. Georg. Theo Freitag, Geschäftsführer der Elisabeth-Gruppe, hatte nach der Fusion auch bei der GSG die Geschäftsführer-Position übernommen.

Verluste im Millionenbereich

Diese Geschäftsbeziehung lief jahrelang reibungslos, doch die Stiftung geriet nach Erkenntnissen der WAZ irgendwann in Zahlungsrückstand. Der soll bis auf jene 2,8 Millionen Euro aufgelaufen sein.

Dass Elisabeth-Gruppe sich nun zu einer Klage entschied, könnte folgenden Grund haben: Die finanzielle Lage bei der Stiftung ist womöglich angespannt. Dem Vernehmen nach schrieb die Stiftung bei der Fusion rote Zahlen, die Verluste allein für das Marienhospital sollen im Millionenbereich gelegen haben. Darüber hinaus drohen der Stiftung weitere Zahlungen. Vor wenigen Wochen hob das Arbeitsgericht Herne die fristlose Kündigung des ehemaligen Marienhospital-Geschäftsführers Jürgen Hellmann auf. Hat das Urteil Bestand, könnten demnächst happige Gehaltsnachzahlungen auf die Stiftung zukommen.

Nach Auskunft eines Vertreters der Stiftung seien die Ansprüche völlig unbegründet. Diese Einschätzung werde auch vom Abschlussprüfer der Stiftung bestätigt.

Die Elisabeth-Gruppe wollte sich nicht zum Verfahren nicht äußern.