Mieter ärgern sich über verdoppelte Nebenkosten

Die Gartenpflege an der Wörthstraße ist ein Streitpunkt zwischen Mietern und der Stiftung Katholisches Marienhospital. Der Mieterverein ist der Meinung, dass man die Kosten nicht auf einen Schlag auf die Bewohner umlegen könne, nachdem die Anlagen Jahre lang verlotterten
Die Gartenpflege an der Wörthstraße ist ein Streitpunkt zwischen Mietern und der Stiftung Katholisches Marienhospital. Der Mieterverein ist der Meinung, dass man die Kosten nicht auf einen Schlag auf die Bewohner umlegen könne, nachdem die Anlagen Jahre lang verlotterten
Foto: Bodemer
Was wir bereits wissen
Die Mieter der Stiftung Katholisches Krankenhaus Marienhospital ärgern sich. Die Nebenkostenrechnungen fielen teilweise doppelt so hoch aus.

Herne..  Die Mieter der Stiftung Katholisches Krankenhaus Marienhospital fielen fast vom Glauben ab, als sie ihre Nebenkostenabrechnung aus dem Briefkasten zogen: Um fast 100 Prozent wurden einige Positionen für ihre Wohnungen teurer. Die Stiftung unterhält an der Wörthstraße 207 Wohnungen. Etliche Bewohner beschwerten sich beim Mieterverein Herne, der jetzt Widerspruch einreichte.

Cäcilie und Manfred König – beispielsweise – gehen gegen die aktuelle Abrechnung vor. Die Gartenpflege schlug besonders hoch zu Buche. Sie stieg von 7167 auf 11 152 Euro, die auf alle Mieter umgelegt werden – 100 Euro für jede Partei. Auch die Hausmeisterkosten stiegen rasant: von 5646 auf 10 823 Euro. Dritter Hauptpunkt des Widerspruchs sind die Kabelgebühren. Auch diese haben sich quasi verdoppelt, von 2459 auf 5036 Euro.

Jetzt hat das Ehepaar König zuerst einmal die monatliche Gesamtmiete einbehalten, bis die Abrechnung geklärt ist. „Die Stiftung hat beispielsweise die Schäden, die durch den Sturm Ela entstanden, auf die Mieter umgelegt, sie sind aber nicht umlagefähig“, erklärt Tanja Falke, Juristin beim Mieterverein Herne.

Im Rahmen der Neuausrichtung der Stiftung sei der Service und die Gartenpflege der Wohnanlagen verbessert worden, um den Zustand der Objekte auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen, erklärt Naciye Schmidt, Pressesprecherin der Stiftung. Das sei auch auf dringende Bitten der Mieter erfolgt, die mit den bis dahin verwahrlosten Grünanlagen rund um die Objekte unzufrieden gewesen seien und sich beschwert hätten. Weiterhin hätten sich die Mieter einen direkten Ansprechpartner für Hausmeistertätigkeiten gewünscht.

Sturmschäden nicht umlagefähig

„Seit Mitte letzten Jahres hat die Stiftung deshalb sukzessive ein eigenes vierköpfiges Gartenpflege-Team und einen eigenen Vollzeit-Hausmeister-Service aufgebaut“, erklärt Naciye Schmidt weiter. „Die Nebenkostenerhöhung fand in dem Moment der Anstellung dieses Personals statt, schlug sich aber nicht in einer hohen Nebenkostennachzahlung für 2014 nieder, weil die Heizkosten im vergangen Jahr deutlich geringer als üblich waren. Die bereits ab 2014 erhöhten Betriebskosten wurden mit den überschüssigen Heizkosten-Vorauszahlungen subventioniert, womit so gut wie keine Nachzahlungen erfolgen mussten.“

Die Stiftung versuche die Nebenkosten – Betriebs- und Heizkosten – stets realistisch anzusetzen, um im Zweifel hohe Nachzahlungen im Sinne der Mieter zu vermeiden. „Deshalb hat die Stiftung für dieses Jahr die Heizkosten entsprechend einem Durchschnittsjahr belassen und keine Anpassung im Hinblick auf das letzte, sehr warme Jahr vorgenommen“, erläutert Naciye Schmidt.

Die Erhöhung der Kabel-TV-Kosten seien durch ein umfangreicheres Angebot an HD-Programmen des Anbieters Unity Media entstanden. Hierzu sagt Juristin Falke: „Viele Bewohner wollen gar nicht zusätzliche HD-Programme empfangen, zumal sie teilweise über DVBT fernsehen.“

Zum neuen Gartenpflege-Team: „Die Stiftung hat den Garten jahrelang verlottern lassen, bei regelmäßiger Pflege wären diese hohen Kosten gar nicht erst entstanden. Jetzt kann man sie nicht auf einen Schlag auf die Mieter umwälzen.“