„Meistens geht es um abgefahrene Spiegel“

1 Herr Schütte, die Zahl der Unfälle mit Fahrerflucht hat deutschlandweit einen neuen Höchststand erreicht. Hat die Polizei überhaupt Zeit, sich noch um etwas anderes zu kümmern?

Schütte: 2013 gab es in Herne 4379 Verkehrsunfälle, dabei sind 298 Menschen verletzt worden. Jeder Unfall wird von uns aufgenommen. Ob das sinnvoll ist oder nicht, darüber haben nicht wir zu entscheiden.

2 Ist es denn ein gravierendes Problem, wenn irgendwer beim Ausparken ein anderes Auto touchiert und dann abhaut?

Natürlich sind das keine Gewaltverbrecher. Unangenehm ist das trotzdem für die Geschädigten, da ärgert man sich. Unfallflucht ist eine Straftat, keine Ordnungswidrigkeit. Meistens geht es aber wirklich nur um einen abgefahrenen Spiegel. 2013 gab es in Herne 14 Fälle von Unfallflucht mit Personenschaden. Davon haben wir zehn aufgeklärt. Unsere Quote ist also recht hoch.

3 Wie ermitteln Sie die Übeltäter?

Das ist eine richtige Puzzlearbeit. Häufig melden sich die Verursacher selbst, wenn sie erstmal drüber geschlafen haben. Ein schlechtes Gewissen ist für uns immer gut. Wir appellieren an Zeugen, sich sofort das Nummernschild aufzuschreiben, wenn sie auf dem Supermarkt-Parkplatz einen Unfall bemerkt haben. Da muss keiner Angst haben, dass wir ihn für einen Blockwart-Typen halten.