Mehr Verletzte bei Verkehrsunfällen in Herne

Die Kreuzung Ecke Berliner Straße/Schlachthofstraße ist ein Unfallschwerpunkt in Hern.
Die Kreuzung Ecke Berliner Straße/Schlachthofstraße ist ein Unfallschwerpunkt in Hern.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Polizei legt ihre Jahresbilanz vor. Der Hauptunfallschwerpunkt war die KreuzungBerliner Straße / Schlachthofstraße / Wakefieldstraße.

Herne..  Auch wenn sich die Verkehrsunfall-Lage im Bereich des Polizeipräsidiums in den zurückliegenden Jahren „sehr positiv entwickelt“ hat: In Herne ereigneten sich 2015 mehr Unfälle auf der Straße als im Vorjahr. Das geht aus der Statistik hervor, die die Polizei am Montag in Bochum vorstellte.

Die Zahl der Verkehrsunfälle stieg in Herne von 301 auf 310, im Vergleich zum Vorjahr gab es aber glücklicherweise einen Toten weniger zu beklagen, nämlich ein Opfer. Es war ein 56-jähriger Fußgänger, der im Februar auf die Sodinger Straße lief, dort vom Auto eines 52-Jährigen angefahren wurde und noch am Unfallort verstarb.

Die Gesamtzahl der verunglückten Kinder stieg von 28 auf 39. Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren wurden 62-mal in einen Verkehrsunfall verwickelt (Vorjahr 51-mal). Lediglich die Gruppe der Erwachsenen im Alter von 25 bis 64 Jahren kam besser davon: 204 statt 221 Unfälle im Vorjahr. 53-mal kamen Senioren zu Schaden (48 im Vorjahr). Hier wies Polizeidirektor Rudi Koriath darauf hin, dass Senioren relativ wenig als Unfallverursacher auffielen, im krassen Gegensatz zu jungen Erwachsenen. Während die „Jungen“ einen Bevölkerungsanteil von nur knapp acht Prozent stellen, verursachten sie aber fast 15 Prozent der Unfälle. Umgekehrt fallen unter die Kategorie Senioren gut 22 Prozent der Bevölkerung, sie provozierten aber nur knapp 14 Prozent der Unfälle.

55 Autofahrer wurden mit Alkohol am Steuer erwischt, auch dieser Wert war höher als der Vorjahreswert von 44. Lediglich Sachschaden gab es bei 4292 Einsätzen (statt 4280). Der Hauptunfallschwerpunkt in Herne war die Kreuzung Berliner Straße / Schlachthofstraße / Wakefieldstraße. Hier krachte es insgesamt achtmal, davon siebenmal mit Verletzten. Meistens handelte es sich um Auffahrunfälle bei auf Rot wechselnden Ampelanlagen. „Gemeinsam wird zu prüfen sein, ob durch Änderungen in der Verkehrsraumgestaltung oder Veränderungen an der Ampelanlage das Unfallrisiko an dieser stark befahrenen Kreuzung minimiert werden kann“, heißt es im Bericht. Eine Verlängerung der Gelbphase komme aber wohl nicht in Frage.

An Platz zwei der Gefahrenstellen-Liste landete die Kreuzung Westring / Cranger Straße / Bahnhofsplatz. Die Polizei bilanzierte sieben Unfälle mit einem schwer und sechs leicht Verletzten. „Erschwerend kommt hinzu, dass wiederum zwei Radfahrer leicht und ein Fußgänger schwer verletzt wurde“, berichtet die Polizei, die diese Kreuzung schon seit Jahren beschäftigt. Aber: „Eigentlich war man sich einig, dass dieser komplexe Verkehrsraum gut geregelt und markiert ist.“