Mehr Einfluss, mehr Verantwortung
17.12.2009 | 08:00 Uhr 2009-12-17T08:00:00+0100Wanne-Eickel. Die Schülerfirma der Gustav-Adolf-Schule ist nun ein Verein. Jugendliche lernen so die unternehmerische Wirklichkeit kennen.
Die Gustav-Adolf-Schule ist stets um Aufmerksamkeit bemüht. Je häufiger sie in der geneigten Öffentlichkeit in Erscheinung tritt – so der Grundgedanke –, desto mehr Eltern schicken ihre Kinder zur Edmund-Weber-Straße. Vergleichsweise gute Anmeldezahlen stützen diese Überlegung. Nun hat sich die Hauptschule unweit des Eickeler Volksgartens erneut ins Gespräch gebracht – mit einer Umstrukturierung ihrer Schülerfirma.
Vor gut zwei Jahren gründeten Schulleiter Alfred Köndgen, Projektleiter Peter Scholz und Kollegen die Schülerfirma. GAS-Werk heißt sie, und mittlerweile entfaltet die Mundpropaganda Wirkung; die Auftragslage ist vortrefflich. Gestern wurde GAS-Werk in einen nicht eingetragenen Verein umgewandelt: den „Verein zur Förderung der Berufsvorbereitung und des Schullebens an der Gustav-Adolf-Schule durch Schülerfirmen”. Das soll die im GAS-Werk arbeitenden Jugendlichen unabhängig von eventueller Bevormundung durch die Schulverwaltung machen, überträgt ihnen jedoch auch mehr Verantwortung.
GAS-Werk ist eine Marketing- und Event-Agentur. Die Eickeler Hauptschüler organisieren Veranstaltungen, haben zuletzt beispielsweise Logos für eine Sportförder-Aktion der Stadt und Plakate für das 25-jährige Jubiläum der Mont-Cenis-Gesamtschule entworfen. Doch bisher hatte die Schulverwaltung das Sagen über die Verwendung der Gewinne. Durch die Vereinsgründung und einen entsprechenden Passus in der Satzung ist nun sichergestellt, dass alle Gelder in die Bildungseinrichtung reinvestiert werden – „die Schüler sponsern also ihre eigene Schule”, sagt Peter Scholz, jetzt 1. Vorsitzender. Die Zehntklässler haben mehr Einfluss, können das Firmen-Konto einsehen. „Gegen ihren Willen läuft gar nichts”, so Scholz.
Auch aus pädagogischer Sicht sei die Vereinsgründung vorteilhaft. Denn nun sei GAS-Werk näher an der unternehmerischen Wirklichkeit, die Jugendlichen trügen mehr wirtschaftliche Verantwortung.
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