Maxim lässt sich von Patengroßeltern in Herne verwöhnen

Die Patengroßeltern Brigitte und Hermann Breiter spielen „Mensch ärgere dich nicht" mit dem neunjährigen Maxim.
Die Patengroßeltern Brigitte und Hermann Breiter spielen „Mensch ärgere dich nicht" mit dem neunjährigen Maxim.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Brigitte und Hermann Breiter haben den Jungen über das Ehrenamtsbüro kennengelernt. Seit sechs Jahren möchten sie einander nicht mehr missen

Herne..  Bei der Oma gibt’s Kakao. Und Streuselkuchen, so wie ihn Maxim am liebsten mag. Sie weiß, wie sie den Zehnjährigen verwöhnen kann. Brigitte und Hermann Breiter kennen Maxim immerhin schon seit sechs Jahren. Dabei gehören die beiden gar nicht zur Familie. Sie haben Maxim über ein Projekt der Stadt kennengelernt und sind darüber heute sehr froh.

Vor knapp neun Jahren suchte das Ehrenamtsbüro damals zum ersten Mal nach Patengroßeltern für Kinder, deren Großeltern nicht mehr leben oder zu weit weg wohnen. „Wir haben keine Kinder“, sagt Brigitte Breiter. Und auch die zehnjährige Großnichte wohne weit von den Breiters entfernt. In der Zeitung hatten Breiters vom neuen Projekt gelesen. „Mehr als schiefgehen kann’s nicht“, dachten sich beide und meldeten sich. Das dachte sich auch Maxims Mutter. „Er sollte nicht ohne Großeltern aufwachsen.“ Die wohnen in Moskau und in Gera - zu weit, um sie regelmäßig besuchen zu können. „Klar, für mich ist es auch eine Entlastung, wenn sich Brigitte und Hermann um meinen Sohn kümmern.“

Maxim nimmt sich einen Bagger aus dem Regal. Der Opa guckt einmal streng. „Aber ganz vorsichtig sein!“ Maxim geht ins Wohnzimmer und spielt auf dem Sofa. „Der Hermann hat eine ganze Sammlung mit Baggern. Das ist total cool!“ Besonders cool findet der Zehnjährige auch die vielen Ausflüge mit den Breiters. „Am besten war’s in der Zeche Knirps. Da konnte ich ganz viel selber machen!“ Auch im Zoo und im Sauerland waren sie schon. Und manchmal spielt er einfach nur mit den Nachbarskindern. „Das ist auch schön“, sagt Brigitte Breiter.

Das erste Aufeinandertreffen von Großeltern und Enkelkind war vor sechs Jahren aber doch ein wenig komisch. Maxim war damals erst vier Jahre alt. „Wir haben alle ein wenig gefremdelt. Aber das war ganz schnell weg“, sagt Hermann Breiter. Heute können sich Maxim und seine Patengroßeltern ein Leben ohne einander nicht mehr vorstellen. Klar, bringen sie doch aus jedem Urlaub kleine Geschenke für den Grundschüler mit. Auch heute liegen wieder Geschenke auf dem Wohnzimmertisch. Bei Streuselkuchen und Kakao geht’s jetzt aber um wichtigeres: Fußball. Marco Reus ist Maxims große Vorbild. Dabei ist der eigentlich Schalke-Fan. Mit Hermann fachsimpelt der Zehnjährige über die nächsten Spiele in der Bundesliga. Und der Patenopa hofft ganz fest, dass es sein Enkel einmal so weit beringt, wie sein großes Vorbild. „Dann kann der uns alle mal zum Essen einladen!“

Die Stadt bietet seit dem Jahr 2006 die Möglichkeit, Patengroßeltern zu werden. Wer sich bewirbt, muss Fragebögen beantworten. Dann findet ein Kennenlernen statt.

Sechs Patenschaften gibt es mittlerweile in Herne. Einige Enkel und Großeltern warten noch auf eine Vermittlung. Wichtig: Enkel und Großeltern müssen zusammenpassen.

Fragen zum Projekt beantworten Beate Tschöke und Christine Strehl unter HER 16 35 48 oder per Mail unter ehrenamt@herne.de.