Masterplan: Damit es Radfahrer leichter haben

Eine Radfahrerin auf dem Grüngürtel am Hölkeskampring in Herne.
Eine Radfahrerin auf dem Grüngürtel am Hölkeskampring in Herne.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stadt nimmt am Masterplan des Bundesumweltministeriums teil.Das Ziel ist mehr Klimaschutz durch eine Reduzierung des Autoverkehrs .

Herne..  Runter vom Autositz, rauf auf den Fahrradsattel: Das ist eine der Möglichkeiten, Abgase zu verringern und Herne klimafreundlicher zu machen. Auch das verstärkte Umsteigen vom Individual- in den Öffentlichen Personenverkehr würde dazu beitragen. Herne beteiligt sich an dem anspruchsvollen „Masterplan klimafreundliche Mobilität“ der Bundesregierung, der in seiner ersten Runde vor allem auf Bürgerbeteiligung setzt. 3300 Briefe wurden deshalb bereits verschickt, mit einem Fragebogen zum eigenen Mobilitätsverhalten. Weitere 1700 Bögen gehen Mitte Juni raus. 250 Antworten kamen bereits zurück. Weil das ein bisschen mager ist, machen die Verantwortlichen für den Masterplan Werbung für das Projekt. „Das Ausfüllen des Formulars ist in fünf bis 15 Minuten erledigt“, sagt Frank Weiser. Er ist Geschäftsführer des Büros Brilon Bondzio Weiser, das mit der Stadt Herne den Masterplan erstellt. Fragen nach der Erwerbstätigkeit müssen beantwortet werden, nach Fahrradabstellplätzen am Arbeitsort oder aber auch, ob man eine Freigabe der Fußgängerzonen für den Radverkehr befürwortet. Zweiter Teil der Bürgerbeteiligung sind drei themenbezogene Veranstaltungen und acht Workshops, zwei in jedem Stadtbezirk, sowie eine Internet-Plattform. Die Termine sollen im Herbst und Frühjahr stattfinden.

Verkehrszählungen

Als weitere Möglichkeit festzustellen, wie es mit der Verkehrssituation im Stadtgebiet aussieht, sind Verkehrzählungen geplant. Hier stehen aber nicht Bürger mit Notizblock und Kugelschreiber am Straßenrand, sondern es werden Kameras an 75 Knotenpunkten installiert. Vier Zähltage sind bereits abgehalten worden, der nächst findet am kommenden Donnerstag statt.

Nach der Analysephase geht es in die konkrete Planung. Es sollen ein Verkehrsmodell aufgebaut und am Ende Maßnahmen entwickelt werden, mit dem ein möglichst großer Anteil des Autoverkehrs auf Bus und Bahn bzw. aufs Fahrrad verlegt werden kann.

Es ist ein kleiner Schritt, die Luftqualität zu verbessern. Denn der Verkehr inklusive Schiffs- und Luftverkehr ist nur zur 16 Prozent für die Kohlendioxidbelastung der Atmosphäre verantwortlich. Frank Weiser ist sich darüber im Klaren, dass man die Bürger nicht bevormunden soll, sondern: „Wir müssen ihnen gute Angebote machen. Der zum größten Teil vom Bundesumweltministerium finanzierte Masterplan hat – so lobt Weiser – jedenfalls eine recht einzigartige Dimension: Am Ende werde in einem Controlling-Verfahren untersucht, was er bewirkt hat. Wenn er denn etwas bewirkt.