Marktschreier: mit Lautstärke zum Verkaufserfolg

Marktschreier Achim - bekannt aus Funk und Fernsehen - mit seinen flotten Sprüchen.
Marktschreier Achim - bekannt aus Funk und Fernsehen - mit seinen flotten Sprüchen.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Gilde der Marktschreier machte Station am Buschmannshof. Die WerbegemeinschaftWanne-Mitte freute sich über die Belebung des Platzes.

Herne..  „Wenn Achim seine Tüte packt, steht Aldi kurz vor´m Herzinfarkt.“ Wurst-Achim brüllt und packt Krustenschinken, Salami mit und ohne Knoblauch, Leberwurst, Kohlwurst, Chorizo und Nussschinken in eine Plastiktüte. „15 Euro – da müsst ihr nicht überlegen, da müsst ihr drüber herfallen“, preist er seine Ware an - willkommen bei der Gilde der Marktschreier.

Mit einer Lautstärke von bis zu 110,2 Dezibel gilt Wurst-Achim als das lauteste Lebewesen überhaupt, und tatsächlich zieht er die meisten Kunden vor seinen Lkw. Wer am lautesten schreit, am besten redet und massenhaft Witze reißt, verkauft am meisten. „Mach mal deinen Lkw zu, hier stinkt es schon“, ruft Wurst-Achim in Richtung Käsewagen. „Kommt von dem Salami-Auto weg. Tote Tiere isst man nicht“, pariert Käse-Alex, jüngster Marktschreier der Republik, den Angriff, der zur Showeinlage der Marktschreier gehört. Schließlich kommt es darauf an, die Besucher zu unterhalten. Währenddessen reicht Nudel-Dieter zwei Tüten italienischer Nudeln für 15 Euro von seinem Wagen.

Werbefaktor für neue Produkte

Von Ostersamstag bis Ostermontag standen Wurst-Achim, Nudel-Dieter, Käse-Alex und Blumen-Rudi auf dem Buschmannshof. Dabei hatte jeder der vier Marktschreier seinen eigenen Lkw mitgebracht, auf dem er seine Ware anbot. Jeder Marktschreier ist für sich eigenständig, vereint sind sie in der Gilde der Marktschreier. Der Veranstalter organisiert deren Auftritte und Verkäufe, so dass die Marktschreier durch die ganze Republik reisen.

Ihre Produkte beziehen sie von Großhändlern und können ihre Ware anschließend aufgrund der großen Mengenrabatte so günstig an die Kunden verkaufen. „Viele Marktschreier bekommen personenbezogene Rabatte von den Händlern. Auch für die ist das ein großer Gewinn, denn schließlich ist zum Beispiel Wurst-Achim bundesweit bekannt. Für die Firmen ist das ein billiger Werbefaktor, denn bei vielen neuen Produkten wird auf den Märkten getestet, ob sie den Kunden schmecken“, weiß Joachim Borgschulte, Chef der Gilde der Marktschreier. Die Ware, die die Marktschreier den Kunden verkaufen, sei geprüfte Qualitätsware.

„Es ist nicht leicht, Marktschreier mit solcher Qualitätsware zu bekommen, und von daher sind wir sehr froh, dass wir die Gilde der Marktschreier heute hier haben“, sagt auch Michael Backhoff, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Wanne-Mitte, die die Veranstaltung zum Buschmannshof gebracht hat. „Wir wollen, dass Leben in die Stadt kommt. Mit einer solchen Veranstaltung wie an diesem Osterwochenende,wollen wir den Platz beleben“, freut sich Backhoff über die Marktschreier-Aktion.

Nach einer kleinen Pause ist Wurst-Achim schon wieder in Aktion und reißt die nächsten Sprüche, um Kunden vor seinen Lkw zu locken. „Ich hab eine Überraschung für dich“, ruft er einem potenziellen Kunden zu und verschwindet hinter einem Vorhang in den Lkw-eigenen Kühlraum, um anschließend mit einer eineinhalb Kilogramm schweren Mettwurst zurückzukehren. Natürlich ist die Wurst schnell verkauft, denn Wurst-Achim scheint nur ein Motto zu haben: Mit Lautstärke zum Erfolg.