Marathon ist für Ultraläufer nur ein Einstieg

Frank Bode präsentiert seine Medaillen, die er zur Erinnerung an Laufwettbewerbe bekommen hat.
Frank Bode präsentiert seine Medaillen, die er zur Erinnerung an Laufwettbewerbe bekommen hat.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Frank Bode läuft seit acht Jahren Marathons und Ultraläufe über 100 Kilomter Strecke.Zuletzt nahm er am Zugspitz-Ultratrail teil.

Herne..  Wenn Frank Bode etwas macht, „dann richtig“. Der 50-Jährige hat bereits an rund 35 Marathons und 15 so genannten Ultraläufen teilgenommen – allein in den vergangenen acht Jahren.

„Ich war mit 42 ein Späteinsteiger im Laufsport“, erklärt Bode, Kraftfahrer bei Entsorgung Herne, im Gespräch mit der WAZ. Angefangen habe er „nur so“ und mit fünf, zehn Kilometern pro Lauf. Nach und nach steigerte er sich, trat bei seinem ersten Halb-, dann bei einem ganzen Marathon an. „Ich dachte ständig: ‚Ein Quäntchen besser kann ich noch werden’, erinnert er sich. Das habe auch ganz gut geklappt, „war aber unglaublich anstrengend“. Marathonläufe belasten häufig nicht nur die Gelenke, sondern bei selbst gemachtem Leistungsdruck auch die Psyche.

Ultratrails, Wald- und Wiesenläufe über 42 Kilometer dauern zwar länger, so Bode, „aber ich mache mir weniger Druck. Bei langen Strecken über viele Höhenmeter zählt für mich nur das Ankommen.“ Das ist kein Wunder, brauchte er doch für seinen jüngsten Ultralauf über 20 Stunden, genauer: „20 Stunden, 8 Minuten und 33 Sekunden für 100 Kilometer Strecke und 5400 Höhenmeter rund ums Zugspitzenmassiv herum.“ Der schnellste Läufer, ein 22-Jähriger, beendete das Rennen nach 9 Stunden und 44 Minuten.

Wettrennen mit den Binnenschiffen

Bode ist dennoch sichtlich stolz auf seine eigene Leistung, hat er dafür doch lange trainiert: sechs Mal pro Woche, ein Jahr lang. Der Zugspitzen-Run ist die Königsdisziplin. Seine liebste Trainingseinheit während der zehn bis 60 Kilometer-Läufe im Vorfeld: Tempoläufe am Rhein-Herne-Kanal. „Ich habe mir Rennen mit den Binnenschiffern geliefert“, berichtet er grinsend. Wie das funktioniert? „Ich starte am Bug, lasse mich zurückfallen bis zum Heck und sprinte wieder nach vorne.“ Manch ein Kapitän drücke zwischendurch zur Motivation auf die Tröte. „Das finde ich immer super nett“, so Bode.

Den Urlaub hat er mit Frau Gudrun, übrigens keine Läuferin, sondern seine ständige Fahrradbegleitung, im Bergischen Land verbracht. Denn „irgendwie muss man sich ja an die Höhe gewöhnen“. Seine Frau unterstütze ihn bei seinen sportlichen Herausforderungen ungemein: „Sie versucht, bei fast allen Verpflegungspunkten da zu sein und mir mit trockenen Laufsachen oder Verpflegung auszuhelfen, wenn nötig.“ Auch mental sei sie ihm eine große Stütze, vor allem während der letzten Kilometer, wenn sie mir vom Fahrrad neben mir aus noch mal gut zu redet.“

So schön schließlich die Landschaft sei –zwischendurch macht Bode auch gern mal eine Fotopause – mehrere dutzend Kilometer zu laufen ist kein Pappenstiel. „Für mich zählt deshalb nur, heil im Ziel anzukommen. All die Eindrücke während des Laufes kann mir schließlich niemand mehr nehmen.“