Malermeisterin mit künstlerischer Ader

Nicole Jäger ist Chefin ihres Teams. Von links: Marcel Sosnitza, Jendrik Jäger, Mehmet Keskin, Nicole Jäger, Ludger Schwanemeier und Kevin Zimmer.
Nicole Jäger ist Chefin ihres Teams. Von links: Marcel Sosnitza, Jendrik Jäger, Mehmet Keskin, Nicole Jäger, Ludger Schwanemeier und Kevin Zimmer.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nicole Jäger führt ihren eigenen Betrieb und beschäftigt sechs Mitarbeiter. Sie bildet sich immer weiter und macht zurzeit ihr Diplom in „Airbrush“.

Herne..  „Ich bin nur so stark wie das Team, das hinter mir steht“, sagt Nicole Jäger, während sie an einer Wand in ihrer Firma lehnt, an der jeder ihrer Mitarbeiter einen Handabdruck abgebildet hat. „Wir sind das Handwerk“, steht darüber geschrieben. Und tatsächlich möchte sie nicht nur Chefin sein, sondern vor allem eine gute Chefin. Auch deshalb ist ihr für die Teambildung wichtig, dass gemeinsame Aktivitäten wie eine Weihnachtsfeier oder sommerliches Grillen unternommen werden. „Auf alte Tugenden wie Pünktlichkeit und Sauberkeit lege ich aber ebenso großen Wert“, sagt die Malermeisterin.

Vor vier Jahren hat Jäger ihren eigenen Maler-Betrieb gegründet und beschäftigt seitdem sechs Mitarbeiter. Zunächst in einer Garage, hat sie nun ihre Räumlichkeiten an der Börsinghauser Straße. Mit einer eigenen Galerie auf dem Gelände hat die Malermeisterin einen Ort eingerichtet, an dem sie ihre kreative Seite ausleben kann. Dort hängen Bilder an den Wänden oder die Mauern sind mit unterschiedlichen Techniken farblich gestaltet. „Die Fantasie, die ich habe, kann ich meinen Kunden manchmal schwer näher bringen. In meiner Galerie kann ich ihnen das besser erklären“, sagt Jäger.

Den Traum, Malerin zu werden, hatte Jäger schon als Kind. Bei Malerarbeiten daheim sei sie nach der Schule schnell nach Hause gelaufen, um dem Maler noch bei seiner Arbeit zusehen zu können. „Ich habe nie einen anderen Berufswunsch gehabt“, sagt sie.

Selbstständigkeit als richtiger Schritt

Der Schritt in die Selbstständigkeit sei der richtige gewesen. „Das war das beste, was ich machen konnte“, sagt die 44-Jährige, die zuvor bei anderen Betrieben beschäftigt war. „Ich dachte mir so oft: Das kann ich besser. Außerdem kann ich so meine eigenen Ideen und Träume verwirklichen“, fügt sie an. Dabei sei es ihr vor allem wichtig, den Kunden nichts Falsches zu erzählen: „Ich habe schon öfter erlebt, dass gerade Kundinnen schlechte Erfahrungen gemacht haben und von anderen Unternehmen falsch beraten wurden.“ Auch für sie sei es oft nicht leicht, sich als Frau zu behaupten. „Manchmal komme ich in Situationen, in denen ich nicht ernst genommen werde“, so Jäger.

Neben ihrer Verantwortung in der Firma bildet sich die Meisterin ständig fort. Zurzeit studiert sie in Bochum „Airbrush“, eine fotorealistische Maltechnik. Auch nach der Arbeit im Betrieb ist für sie noch lange nicht Schluss: „Wenn mein Mann Sport schaut, nutze ich die Zeit und male oder bereite Farbentwürfe für meine Kunden vor“, erzählt die Meisterin. Malen sei für sie pure Entspannung, erzählt sie – und plötzlich beginnen ihre Augen zu strahlen.