Märchennacht für alle Sinne
25.08.2009 | 17:42 Uhr 2009-08-25T17:42:00+0200
Es ist nicht die erste Veranstaltung in der Kreuzkirche, die der 1877 in Tradition der Romantik erbauten Orgel Geld für ihre Renovierung einbringen soll, aber sicherlich die bisher aufsehenerregendste.
Die Kirche in Hernes Stadtmitte wird am ersten Freitag im Oktober Schauplatz einer „Grimm'schen Orgelnacht”. Sechs bekannte Hernerinnen und Herner lesen - im Ohrensessel - je ein Märchen, untermalt, unterbrochen oder kommentiert durch jeweils einen Organisten. Der international renommierte Schwerter Lichtkünstler Jörg Rost, der in Herne vor Jahren zum Boulevardfest den Bergelmanns Hof illuminiert hat, verdichtet die Szenerie atmosphärisch mit seinen Scheinwerfern.
Es war Björn Pfadenhauer, lange Zeit nebenberuflich Organist in der Kreuzkirche, der die Idee entwickelte. „Ich mag Märchen”, bekennt der Soziologe - und er liebt die Orgel. Nachdem Pfadenhauer dann noch Rosts Lichtkunst gesehen hatte, stand das Konzept. Jeweils 40 Minuten bekommen die „Paare” zum gemeinsamen Vortrag. Kreuzkirchen-Kantor Wolfgang Flunkert und Pfarrer Wolfgang Henke eröffnen mit dem „Wolf und den sieben Geißlein”, weitere Leser sind Presbyterin Helga Höffken, Wolfgang Tatzel und Christine Schindler von 90.8 Radio Herne, und auch der ehemalige WAZ-Lokalredakionsleiter Jochen Schübel ist dabei. Als prominenter Mitstreiter konnte Mondpalast-Prinzipal Christian Stratmann für „Tischchen deck dich” gewonnen werden. Neben Flunkert spielen der Kantor der Kirchengemeinde St. Bonifatius, Markus Breker, wie drei weitere Kirchenmusiker. Die Schwächen der Orgel seien dabei zu überspielen, versichern die Veranstalter.
Bis zum Beginn der voraussichtlich im Mai beginnenden Generalüberholung, die auch grundlegende technische Probleme in Angriff nehmen soll und einen teilweisen Rückbau früherer Umbauten mit sich zieht, tut das Instrument auch im Gottesdienst noch seine Pflicht. Zu Weihnachten 2010 soll sie fertig sein. Über 2000 Pfeifen, bis zu 4,80 Meter lang, werden instandgesetzt.
Von den benötigten 150 000 Euro sind 60 000 schon gesammelt. Benefizkonzerte trugen dazu bei wie eine Fahrradtour und Verkaufsstände. 40 000 Euro wird die Kirche beisteuern, Anträge bei Stiftungen laufen, weitere Spenden sind willkommen. Die Stadtwerke und weitere Herner Firmen sponsern die Märchenveranstaltung, die jederzeit betreten oder verlassen werden kann. In den Pausen gibt es zu essen und zu trinken.
0mitdiskutieren