Linke-Lob für Dudda

Linke-Fraktions-Chef Andreas Ixert machte in dieser Woche etwas Ungewöhnliches: Er lobte Rot-Schwarz, weil sich die GroKo die Kritik der Opposition zumindest teilweise zu Herzen genommen hatte.
Linke-Fraktions-Chef Andreas Ixert machte in dieser Woche etwas Ungewöhnliches: Er lobte Rot-Schwarz, weil sich die GroKo die Kritik der Opposition zumindest teilweise zu Herzen genommen hatte.
Foto: WAZ FotoPool
Wenn die Linke sich im Rat zur Politik von Rot-Schwarz äußert, geschieht dies in der Regel unter dem Motto „Attacke“. In dieser Woche gab es ein seltenes Lob.

Herne..  Ist das der Beginn einer wunderbaren politischen Freundschaft? Natürlich nicht. Aber bemerkenswert war es sehr wohl, dass Linke-Fraktions-Chef Andreas Ixert in dieser Woche im Hauptausschuss dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank Dudda ein vorsichtiges Lob zollte.

Dieser hatte zuvor überraschend offen erklärt, dass der von Rot-Schwarz zunächst geplante Zuschnitt für den neuen Vorstandsbereich – Recht, Feuerwehr, Bürgerdienste – eher einem „Dezernat light“ entsprochen hätte. Deshalb habe man sich auf die Kritik der Opposition eingelassen, so Dudda.

Im Ergebnis sei das Dezernat deshalb durch die Bauordnung, das Beschwerdemanagement und den Integrationsrat angereichert worden. Es sei schön, dass es zu dieser „Teilerkenntnis“ gekommen sei und die Kritik Wirkung gezeigt habe, so Ixert. An der grundsätzlichen Ablehnung des neuen Dezernats durch die Opposition änderte das jedoch nichts. Der Beschluss über den Zuschnitt und die Wahl des ausgeguckten Hattinger Kämmerers Frank Burbulla (CDU) soll bekanntlich am Dienstag im Rat erfolgen.

Bölter verlässt CDU

Elisabeth Bölter (CDU) als Partei-Promi zu bezeichneten, wäre übertrieben. Aber Gewicht hatte sie durchaus in der CDU: Bölter war in der vergangenen Ratsperiode Bezirksverordnete in Wanne, gehörte zwischenzeitlich als Schriftführerin sogar dem geschäftsführenden Kreisvorstand der Union an und wurde noch im Februar als Nachfolgerin von Peter Neumann-van Doesburg zur Vorsitzenden der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) der CDU gewählt. Nun sei sie aus persönlichen Gründen aus der Partei ausgetreten, so war zu hören. Die Gründe kenne er nicht, sagte CDU-Chef Markus Schlüter auf Anfrage, demonstrierte jedoch große Gelassenheit: „Reisende soll man nicht aufhalten“, so sein Kommentar. Elisabeth Bölter war gestern nicht zu erreichen.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE