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Lindwurm der Rekorde

05.08.2007 | 18:47 Uhr

Herrliches Wetter begleitete den traditionellen Kirmesumzug am Samstag. Gut 200 000 Menschen jubelten den Aktiven auf den geschmückten Festwagen und den emsigen Fußgruppen zu

572. CRANGER KIRMES Wenn Wanne-Eickel feiert, dann lacht der Wettergott - was ja nicht zuletzt im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen worden war. Und so sollte es auch am Samstag sein, als sich Petrus den Aktiven und den Zuschauern am Rande des großen Kirmesumzuges von seiner glänzenden Seite präsentierte. Wohl reichlich 200 000 Menschen säumten die Hauptstraße von Eickel bis zum Cranger Tor, die Stimmung war prächtig bis ausgelassen. Prächtig auch deshalb, weil einmal mehr Rekorde gebrochen wurden: Der Kirmes-Lindwurm war länger und schöner denn je, mit über 4500 Teilnehmern war es der mit Abstand stärkste Umzug aller Zeiten.

Pünktlich um 11 Uhr morgens hatte sich der riesige Tross am Eickeler St. Jörgens-Platz in Bewegung gesetzt, die wegen der aktuellen Umbauarbeiten entstandenen Umwege für das eine oder andere Fahrzeug wurden problemlos gemeistert. Allüberall standen begeisterte Heerscharen auf den Gehwegen, um den Stimmungskanonen auf den Festwagen und den Fußgruppen den gebührenden Respekt zu erweisen - indem sie ihnen lauthals zujubelten. Die Vielfalt der farbenprächtig geschmückten Wagen, die orignielle Aufmachung und die zum größten Teil höchst einfallsreichen Kostümierungen der "Fußgänger" sprengten ebenfalls alles zuvor Dagewesene.

Angeführt wurde der kilometerlange Zug wie stets vom Reiter-Fanfarenzug Höven und von Rikscha-Fahrer Günter Gehlisch, der diesmal ein Riesenrad auf dem Gepäckträger errichtet hatte. Ein Rikscha-Nachwuchsmann auf einem kleinen Tretgefährt transportierte das allseits beliebte Kettenkarussell. Ganz in Gelb strebten die Schaustellerfrauen vom Cranger Tor auf ihrem Festwagen in Richtung Kirmesplatz, das radschlagende Trixi-Ballett hatte sich das Motto "Wir tanzen und singen" auferlegt. Wie immer originell: die Herner Tageseltern, ebenfalls in der diesjährigen Modefarbe Gelb, mit den Nachkömmlingen in bollernden Holzkarren. Herner Bädergesellschaft und Partnerstadt Eisleben grüßten in historischen Kostümen, mit von der Partie waren auch die erlauchten Herren des Wanne-Eickeler Lions-Club mit eigenem Gefährt. Hübsch anzusehen die Vorführung der Mitglieder der Theatergruppe kfd St. Marien Eickel, die ganz märchenhaft, ganz zauberhaft daherkamen: Schneewittchen und die sieben Zwerge. "Mit dem ganzen Herzen auf Crange" waren wieder einmal die Wanner Weiber, echte Kerle mit strammen Bäuchen dagegen gab's bei der Awo-Showtanzgruppe zu bestaunen. Preiswürdig.

Das traf ebenso auf die "Hula-Garde" der Herner Turnvereinigung zu: die Mädels mit den bunten Baströckchen - eine Augenweide. Mit "süßen Bienen" und dem Prinzenpaar schob sich die Herner Karnevalsgesellschaft vorbei, und der DJK Bickern meinte ganz explosiv: "We are red, we are white, we are Bickern Dynamite". Der kuschelige blaue Delfin der DLRG Wanne-Eckel erfreute einmal mehr die Junioren, überaus spektakulär stachen die Piraten des SV Holsterhausen in das Fahrwasser. Nur einer der Höhepunkte bei den Darbietungen der Sportler aus der Stadt, mit dem bunt herausgeputzten Käfig-Wagen des Turnvereins Röhlinghausen, der dem "Zirkus Turnikus" huldigte, folgte auch gleich der nächste.

Als Eis-Heilige trafen die Sportfreunde Wanne-Eickel Knights am Cranger Tor ein, von Gespann mit Mond wurde die Werbegemeinschaft Wanne-Nord ins Ziel gezogen. Dass auf Crange stets der Teufel los ist, muss eigentlich nicht extra gesagt werden, die Aktiven der Werkstätten für Behinderte Herne/Castrop Rauxel taten dies aber so teuflisch gut, dass ihnen ein Hauptpreis sicher sein sollte. Das trifft auch auf die "süßen Früchtchen" des Stadtverbandes der Gartenfreunde zu, die für ihren Auftritt nicht nur reichlich Applaus ernten durften. Für flotte Töne zwischen den rollenden Festwagen und den schwitzenden Fußgruppen sorgten immer wieder die ungezählten Spielmanns- und Fanfarenzüge, die traditionell ausgerichteten Bergmannsorchester und Knappenvereine.

Das Fazit kann nicht anders lauten: Alle Teilnehmer hätten für ihre grandiosen Vorstellungen zweifelsfrei einen Preis verdient, und so sah es auch die Prominenz auf der Ehrentribüne an der Christuskirche mit Oberbürgermeister Horst Schiereck an der Spitze. Die Moderation an Ort und Stelle lag in den bewährten Händen von Annette Teermann und Jürgen Cokelc.

Nach mehr als zwei guten Stunden war der Zug auf dem Festplatz angekommen, zur Stärkung gab's die deftige Erbsensuppe mit Wurst. Und schon jetzt dürfte klar sein: Kirmesfreunde von nah und fern fiebern dem Umzug im Jahr 2008 entgegen!

Von Michael Petrykowski

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