„Life“ schweigt

Was sagt der Träger der Maßnahme? Gerd Lichtenberger, Chef der Bochumer Life Jugendhilfe GmbH, wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern und verwies an seinen Pressesprecher, Jürgen Walinda-Zilla von der Zilla Medienagentur. Die von der WAZ vorgelegten Fragen blieben jedoch unbeantwortet. Er bitte um Verständnis, so Walinda-Zilla, dass Herr Lichtenberger vor dem Hintergrund der Medienereignisse zu Fällen aus der Vergangenheit keine Auskünfte mehr erteile.

Life halte sich an die Selbstverpflichtungserklärung für Träger von individualpädagogischen Leistungen der Erziehungshilfe im Ausland. Auskünfte über konkrete Maßnahmen könnten bei den betreffenden Stellen (Vormund, Jugendamt) angefragt werden, da Life aus Datenschutzgründen hierzu nicht befugt sei, so der Sprecher.

Unbeantwortet blieb auch die Frage, was es mit der pädagogischen Qualifikation des ungarischen Betreuers auf sich hat. Laut dem Gesamtkonzept für Pascals Maßnahme hat der Ofenbauer eine „staatliche Ausbildung zur Betreuung von Pflegekindern“. Angegeben wird auch eine „berufsbegleitende Fortbildung“ durchs Schulungszentrum inpaed. Letzteres ist laut Handelsregistereintrag von Lichtenberger gegründet worden. Antworten schuldig blieb Life auch auf die Frage, wie häufig man mit dem ungarischen Ofenbauer zusammengearbeitet habe und mit welchem Ergebnis.

Die 1993 gegründete Gesellschaft ist anerkannter Träger der Jugendhilfe. Bis zu ihrem 20-jährigen Bestehen vor eineinhalb Jahren hatte Life nach eigenen Angaben 442 Projekte im Inland und 250 Maßnahmen im Ausland durchgeführt.