Liberaler kritisiert Blitzmarathon

Einen rasenden Pizzaboten, der anderswo mit 60 durch eine Tempo-30-Zone bretterte, hat das Polizeipräsidium für Herne nicht aufzubieten. Die Verkehrsteilnehmer verhielten sich am Tage des Blitzmarathons eher vernünftig. „Wir haben vorwiegend im unteren Bereich des Verwarnungsgeldes kassiert“, berichtet Polizeipressesprecher Volker Schütte.

1526 Fahrer wurden am Donnerstag auf dem Herner Stadtgebiet kontrolliert, davon fuhren 53 zu schnell – eine Quote von 3,5 Prozent. Der Schnellste wurde an der Wanner Straße gemessen, wo er statt Schrittgeschwindigkeit 29 fuhr. Schütte macht deutlich, wie gefährlich Raserei sein kann: „Bei einem Unfall mit Tempo 65 sterben acht von zehn Fußgängern, bei 50 überleben acht von zehn.“

Der Herner FDP-Landtagsabgeordnete Thomas Nückel kritisiert derweil den Blitzmarathon als „teuerste Werbekampagne zur Profilierung eines Ministers auf Kosten des Steuerzahlers“. Aufwand und Nutzen stünden in keinem Verhältnis. Trotz wiederholter Blitzmarathons sei die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten in NRW zuletzt deutlich gestiegen. „Besonders ärgerlich ist“, so Nückel, „dass dabei regelmäßig knapp 30 000 Arbeitsstunden entfallen, die bei der Kriminalitätsbekämpfung fehlen.“