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Leitstelle wird teurer und kommt später

09.10.2012 | 20:00 Uhr
Leitstelle wird teurer und kommt später
Im 2. Stock der Feuerwache 1 an der Sodinger Straße soll die Übergangsleitstelle eingerichtet werden. In Betrieb genommen werden kann sie aber frühestens Anfang 2014. Und: Sie wird deutlich teurer als geplant.Foto: Winfried Labus / FotoPool

Herne.   Neuer Ärger für die Feuerwehr: Die Übergangsleitstelle kostet rund 1,4 Millionen Euro mehr als geplant und kann auch erst 2014 mit einjähriger Verspätung bezogen werden.

Die Planung für die dringend benötigte neue Leitstelle der Herner Feuerwehr steht offenbar unter einem ganz schlechten Stern. Erst verhinderte ein Unwetter vor zwei Jahren den längst besiegelten Neubau an der Sodinger Straße. Und nun gibt es auch noch große Probleme mit der geplanten Übergangsleitstelle, in der eigentlich ab 2013 die Fäden für Feuerschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz vier Jahre zusammenlaufen sollten.

So sind inzwischen nicht nur die Gesamtkosten für die Einrichtung dieses Provisoriums von 2,13 auf 3,47 Millionen Euro gestiegen, sondern die Feuerwehr muss sich zu allem Überfluss auch noch ein weiteres Jahr gedulden. Heißt: Die Übergangsleitstelle kann statt wie ursprünglich geplant Anfang 2013 frühestens im ersten Quartal 2014 bezogen werden. Wegen der vorgesehenen vierjährigen Nutzungsdauer bedeutet dies auch, dass die „richtige“ neue Leitstelle auf dem Areal Sodinger Straße voraussichtlich erst 2018 statt 2017 stehen wird – wenn es bis dahin nicht neue Hiobsbotschaften gibt.

Feuerwehr war überrascht

Feuerwehr-Chef Michael Benninghoff ist alles andere als begeistert: „Die Entwicklung hat auch uns überrascht“, sagt der Leitende Branddirektor auf WAZ-Anfrage. Die Inbetriebnahme einer Übergangsleitstelle in 2014 sei dann aber „letzte Eisenbahn“, so Benninghoff.

Der Frust ist nachvollziehbar: Schon seit Jahren stößt die Feuerwehr in ihrer Leitstelle, die in einem kleinen Rundbau ebenfalls an der Sodinger Straße untergebracht ist, an Grenzen. Doch ausgerechnet ein durch ein Unwetter im Jahr 2010 angerichteter Wasserschaden machte den Brandbekämpfern und der Stadt bei der Neuplanung einen dicken Strich durch die Rechnung: Der ausgewählte Standort ist vor Überschwemmungen nicht sicher, so die Erkenntnis.

Und nun also die neuerliche Verschiebung. Woran hat es gelegen? „Der Gutachter hat einen Marktpreis zu niedrig kalkuliert“, sagt Feuerwehrdezernent Meinolf Nowak. Dadurch seien neue Planungen nötig geworden. „Das ist ein äußerst komplexes Verfahren, bei dem es schon einmal zu Verschiebungen kommen kann“, so der Dezernent.

Die Übergangsleitstelle soll im 2. Obergeschoss der Feuerwache Sodinger Straße eingerichtet werden. Handlungsbedarf besteht aber nicht nur bei den Räumlichkeiten, sondern auch bei der technischen Ausstattung. Als „Wechsel zwischen Computer und Handzettel“ hat Michael Benninghoff die Arbeitsweise der Feuerwehr bei der Dokumentation von Einsätzen mal bezeichnet.

Die hohen Kosten fürs Provisorium beinhalten u.a. die Leitstellentechnik sowie ein Notstromaggregat. Beides soll auch über 2018 hinaus zum Einsatz kommen.

Redaktion


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