Lebenshilfe eröffnet Center in der Herner Innenstadt

Lothar Rupieper (Heimbeirat), Vorsitzender Georg Schneider, Sozialdezernent Johannes Chudziak und Geschäftsführer Bernhard Dickhut (v.l.) stoßen zur Eröffnung des neuen Lebenshilfe-Centers an.
Lothar Rupieper (Heimbeirat), Vorsitzender Georg Schneider, Sozialdezernent Johannes Chudziak und Geschäftsführer Bernhard Dickhut (v.l.) stoßen zur Eröffnung des neuen Lebenshilfe-Centers an.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Lebenshilfe hat ihr neues Center in der Herner Innenstadt eröffnet. Damit signalisiert sie, dass Behinderte in die Mitte der Gesellschaft gehören.

Herne..  Manchmal enthalten Ort und Zeit eine gute Portion Symbolik - so wie gestern: Die Lebenshilfe eröffnete offiziell ihr Lebenshilfe-Center an der Viktor-Reuter-Straße in der Herner Innenstadt.

Mit dem Einzug in das ehemalige Ladenlokal eines Schreibwarengeschäfts sendet die Lebenshilfe das starke Signal, dass Menschen mit geistiger Behinderung, die häufig am Rand der Gesellschaft stehen, mit der Adresse Viktor-Reuter-Straße 19-21 mitten in der Gesellschaft angekommen sind. „Sie gehören da hin, wo alle Herner hingehören“, betonte Lebenshilfe-Geschäftsführer Bernhard Dickhut im Gespräch mit der WAZ.

80 Prozent Förderung

Auch das Datum beinhaltete Symbolik. Denn am 8. Mai vor 70 Jahren endete mit der Kapitulation der Wehrmacht die Herrschaft der Nationalsozialisten - jenes Terrorregime, das Menschen mit geistiger Behinderung als nicht lebenswürdig betrachtete.

Mit dem Lebenshilfe-Center hat der Verein einen Ort der Nähe, der Information und der Begegnung geschaffen - ein Konzept, das es in dieser Form noch nicht gab. Die Planungen laufen bereits seit einigen Jahren, unter anderem sorgten bauliche Probleme für eine Verzögerung. 250 000 Euro kostete die Realisierung, von diesem Betrag wurden rund 80 Prozent von der „Aktion Mensch“ und der „Stiftung Wohlfahrtspflege“ gefördert.

In der Zukunft werden im Lebenshilfe-Center Kurse und andere Veranstaltungen stattfinden. „Hier können sich auch Selbsthilfegruppen treffen, die mit der Lebenshilfe eigentlich gar nichts zu tun haben“, sagt Dickhut. Er fügt an, dass sich die Diskussion rund um die Inklusion sehr stark auf Schulen und Kindertagesstätten fokussiere. Doch ein Ort wie das Lebenshilfe-Center, der für alle Menschen offen stehe, sei ebenfalls gelebte Inklusion.