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Lange Nacht der Jugendkultur in Herne

16.10.2011 | 15:42 Uhr
Lange Nacht der Jugendkultur in Herne

Wanne-Eickel. Lyrik, Musik und Tanz: Profis gestalteten mit Jugendlichen in der Künstlerzeche die lange Nacht der Jugendkultur.

Frequenz: 11, Modus: Nacht. Die Maschinenbauhalle der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 wurde am Samstag Schauplatz der „Nachtfrequenz11“, der langen Nacht der Jugendkultur 2011, einer Zusammenarbeit von 31 Städten. In Herne veranstaltet von der Jugendförderung und dem Kulturamt der Stadt Herne.

Mitmachen und sich präsentieren durfte jeder, der etwas künstlerisches beizutragen hatte. Von schrägen Singer-Songwriter-Beiträgen bis hin zu einem Auszug aus dem neuen Theaterstück „Helges Leben“ vom jungen Theater Kohlenpott. Bevor Abend- und Rahmenprogramm vor dem familiär gehaltenen Publikum starteten, wurden die Ergebnisse vierstündiger Workshops vorgestellt, die in der benachbarten Dannekampschule erarbeitet wurden.

Mitmachen durfte dort jeder. Ein Workshop der Jugendkunstschule etwa befasste sich mit der Gestaltung des Jugendkulturpreises, der 2012 für besondere kreative und schöpferische Leistungen von 14 bis 24-Jährige ausgelobt werden soll. „Eine Schneekugel soll es sein“, erklärt die Workshop-Gruppe. Mit einer Miniatur-Ansicht von Gebäuden und Orten darin, die für Herner Jugendliche von Bedeutung sind. Wie zum Beispiel die Cranger Kirmes oder die Flottmann-Hallen, die beim Schütteln der Kugel nicht etwa von Schnee, sondern von Noten oder Mikrofonen umstöbert werden sollen.

Viele Jugendliche waren allerdings nicht vertreten. „Wahrscheinlich ist die Künstlerzeche etwas weit ab vom Schuss“, so Chris Wawrzyniak (Kulturamt). Die letzte Nacht der Jugendkultur in den Flottmann-Hallen brachte es auf über 100 Besucher. In diesem Jahr waren es zu Höchstzeiten gerade mal 40 Gäste. Die freien Schauspielerbrüder Till und Nils Beckmann, die als Moderatoren Mister Love und Mister Heart durch den Abend führten und immer darum bemüht waren, die Maschinenhalle mit Herzlichkeit zu füllen („Lasst uns spontan Liebe schenken!“), boten auch einen Workshop an. „Nacht“ war hier die einzige Vorgabe, mit der Lara Fehling (20) und Sophie Hörner (15) ein Live-Hörspiel mit Geräusch-Untermalung der Beckmann-Brüder vor das Publikum brachten. Lara Fehling überzeugte als Omi mit Dackel und konnte auch als Drogendealer mit „Erkan und Stefan“-Sprechart das Publikum begeistern.

Eine fünfminütige Tanzeinlage stellte dagegen Murat Yilmaz vom Pluto zusammen mit Laura Kaiser (16) auf die Beine. Früh übt sich Yilmaz Sohn Dennis (5), der vor dem Auftritt seines Vaters das Abendprogramm mit einer Michael Jackson-Imitation zu „Billy Jean“ eröffnete. Drei „B-boys“ von Pottporus glänzten mit rasanten Breakdance-Einlagen und gaben trotz leichter Blessuren durch den harten Hallenboden eine Zugabe.

Zu später Stunde brachten die Beckmann-Brüder in der Formation „Flausen im Kopf“ zusammen mit Julian Kühn und Dominik Reichmann eine musikalische Lyrik-Performance auf die Bühne. Unter anderem das Tocotronic-Cover „Michael Ende, Du hast mein Leben zerstört“.

Nach der 17-jährigen Singer-Songwriterin „Itchy“, die mit tiefschürfenden Texten wie „CDU, CDU, CDU (...) CSU“, dem Sinn an sich den Krieg erklärte, schlossen Danja Atari mit Elektro-Pop und DJ Sola Plexus den Party-Abend in der Künstlerzeche.

Henrike Pinkal



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