Lange Nacht der Industriekultur in Herne

Das Ruhrgebiet feiert am Samstag die lange Nacht der Industriekultur. Die Band "Ribersky" spielte dabei vor der Kulturbrauerei Hülsmann in Eickel.
Das Ruhrgebiet feiert am Samstag die lange Nacht der Industriekultur. Die Band "Ribersky" spielte dabei vor der Kulturbrauerei Hülsmann in Eickel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Archäologische Funde und moderne Kunst, Bierverkostungen und Konzerte, Rudelsingen und eine Kopfhörerparty lockten am Samstag viele Besucher zur „ExtraSchicht“ in Herne.

Herne..  Mit Altbewährtem und experimentell Neuem lockten die drei Herner Spielorte der „ExtraSchicht – Die Nacht der Industriekultur“ Besucher aus dem ganzen Ruhrgebiet an. Im LWL-Museum für Archäologie, den Flottmann Hallen und der Kulturbrauerei Hülsmann war viel los.

Zur Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „AberGlaube“ lud das LWL Museum für Archäologie ein. Auf die Kombination aus modernen Objekten der Künstlerinnen Ines Braun und Iris Stephan und historischen Funden reagierten jedoch viele Besucher mit Argwohn. „Ich hatte etwas Spannenderes erwartet“, meinte zum Beispiel Stefanie Blaha aus Dortmund. Umso besser kam dafür „Das Kuriositätenkabinett des Doktor Caligula“ der Gruppe NotaBene an. Verrückte jonglierende Professoren, musizierende bärtige Frauen und geheimnisvolle Hexen begeisterten das Publikum mit ihren artistisch-komödiantischen Einlagen.

Auch das Programm in den Flottmann-Hallen spaltete die Gemüter: War ein Teil der Zuhörer der lauten Pauken- und Pfeifenrhythmen hellauf begeistert von Christian Schlägers „Maschinenkonzerten“, konnte der andere mit den Klängen der großen, illuminierten Instrumente nicht viel anfangen. „Zu mechanisch und zu laut“, so die Kritik.

Witzige Kopfhörerparty

Einig war man sich unterdessen, über die Klassiker unter den Flottmann-Veranstaltungen zur Extraschicht: Rudelsingen und Kopfhörerparty. „Das ist echt witzig und macht super viel Spaß“, so Nina Tiekötter und Sophia Brinker. Beim kollektiven Karaokesingen und Tanzen zur Musik aus Kopfhörern hatten die Studentinnen aus Rheine großen Spaß. Dafür lohne sich auch die lange Anfahrt. Bis zur ihren nächsten Stationen in der Nacht, der Zeche Zollverein in Essen und dem Nordsternpark in Gelsenkirchen sei es schließlich auch noch ein Stück.

Praktisch, dass die Besucher der Extraschicht am Samstag freie Fahrt im gesamten ÖPNV und mit mehreren Shuttlebussen hatten. So konnten ebenfalls Dutzende Menschen an der Bierverkostung in der Kulturbrauerei Hülsmann teilnehmen. Als neuer Spielort der Nacht der Industriekultur bewiesen die Hülsmann-Organisatoren ein gutes Händchen und präsentierten ein vielfältiges Programm und um das Thema Bier.

Bierverkostung in Eickel

Während sich die Musiker auf der Open-Air-Bühne am Eickeler Markt bis in die frühen Morgenstunden das Mikro in die Hand gaben, mimte Volker Eichener, Vorsitzender des Fördervereins der Kulturbrauerei, im Bürgersaal den Biersommelier und stellte sechs ausgefallene Tropfen vor. „Hopfen macht Bier haltbar“, erklärte er beispielsweise und beschrieb den Geschmack des kalifornischen India Pale Ale als fruchtig-bitter und karamellig im Abgang. „So komplett kann ein Bier sein“, schwärmte er seinen Gästen vor, bevor auch sie probieren durften. Die Bierverkostung stieß auf großen Anklang - ebenso wie die Ausstellung von Jürgen Grislawskis humorvollen schwarz-weiß Grafiken zu Thema „Der Alkoholist“.