Land teilt Herne kleine Ration Jodtabletten zu

Das AKW Lingen.
Das AKW Lingen.
Foto: rwe
Was wir bereits wissen
Der Vorrat an Jodtabletten ist laut Stadt für einen Katastrophenfall im Atomkraftwerk Lingen zu gering.

Herne..  Belgiens Atomkraftwerke sorgen in letzter Zeit immer wieder für Schlagzeilen. Besonders die Sicherheit der Standorte Doel bei Antwerpen und Tihange bei Lüttich wird in Frage gestellt: Haarrisse in der Ummantelung und Störanfälle sorgten für zwischenzeitliche Abschaltungen der Reaktorblöcke Tihange 2 und Doel 3. Durch die Nähe der Pannenreaktoren zu Deutschland macht man sich besonders im Westen Sorgen um mögliche Atomkatastrophen.

Die belgischen Reaktoren sind zu weit entfernt, so dass Herne nicht in den Außenbereich der Sicherheitszone fällt. Dennoch müssen bei der Stadt Jodtabletten Jodtabletten, die bei einem Atomunfall vor Schilddrüsenkrebs schützen können, lagern. Schließlich liegt der Stadtteil Pantringshof nach Ausweitung der Sicherheitszonen im Frühjahr 2014 in der Außenzone des rund 100 Kilometer entfernten Atomkraftwerks Lingen. Im November 2014 ergab eine WAZ-Anfrage bei der Stadt, dass diese Tabletten jedoch nicht verfügbar waren. Inzwischen habe das Land NRW Herne eine kleine Ration zugeteilt, sagt Stadtsprecher Horst Martens auf eine erneute Nachfrage. Diese Ration lagere in einer Apotheke in der Stadt. „Allerdings ist der Vorrat immer noch sehr viel geringer, als er eigentlich sein müsste“, so Martens weiter. Andere Städte, u.a. Bochum, hätten im Gegensatz zu Herne gar keine Jodtabletten vom Land NRW bekommen. Das Land wisse aber, dass es, sobald weitere Tabletten verfügbar sind, diese auch nachliefern müsse.

Unter Regie des städtischen Fachbereichs Gesundheit gebe es einen Arbeitskreis, der sich mit der Möglichkeit eines AKW-Unfalls beschäftigt und etwa diskutiert, welche Maßnahmen im Ernstfall getroffen werden müssten. „In größeren Abständen kommt der Arbeitskreis zusammen“, weiß Martens.