Kunststar Otmar Alt stellt in der Zionskirche aus

Kunstkenner Henning Lange mit einer Grafik von Otmar Alt. Die Idee zum Gemäldezyklus entstand während eines Abendessens.
Kunstkenner Henning Lange mit einer Grafik von Otmar Alt. Die Idee zum Gemäldezyklus entstand während eines Abendessens.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine Wanderausstellung von Otmar Alts „Lutherzyklus“ porträtiert die künstlerische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Reformation.

Die Bilder des Hammer Künstlers Otmar Alt werden oft als „bunt“ beschrieben. Auf den ersten Blick erinnern sie an Zeichnungen eines Kindes. Doch schaut man genauer hin, erkennt man, dass die vermeintlich einfachen Figuren und Dinge sich zu einer tieferen Bedeutung verbinden. „Durch seine individuelle Bildsprache präsentiert Otmar Alt eine unglaubliche Vielseitigkeit in seinen Bildern. Was vordergründig vielleicht einfach bunt erscheint, stellt sich bei näherer Betrachtung als vielfältig und durchdacht heraus“, erklärt Christa Busch-Pinkal.

Die Kunstliebhaberin ist Mitorganisatorin der Kunstausstellung von Otmar Alts Gemäldezyklus zur Reformation in der Zionskirche, die am Sonntag eröffnet wurde. „Otmar Alt ist ein sehr begeisterungsfähiger Mensch“, erklärt Henning Lange von der Jakob-Kemenate in Braunschweig, wo die Idee für den Gemäldezyklus entstanden ist. „Die Idee, einen Beitrag im Rahmen des Themas 500 Jahre Reformation zu leisten, ist beim gemeinsamen Abendessen in der Kemenate entstanden“, so Lange

In der zehnteiligen Bilderserie „Lutherzyklus“ setzt sich Alt mit den vier Grundprinzipien der Reformation und Martin Luther auseinander. So thematisieren jeweils zwei Bilder eines der vier Alleinstellungsmerkmale (Soli) der Reformation. „Sie zeigen die Botschaft der Reformation auf eine geniale Art und Weise und erstellen eine Verknüpfung zwischen der Lutherübersetzung und dem Hier und Heute“, erklärt Christa Busch-Pinkal. Die vier Soli nach Alt sind: Sola fide (allein der Glaube), Sola gratia (allein die Gnade), Sola Scriptura (allein die Schrift) und Solus Christus (allein Christus).

Der Künstler, 1940 geboren, entstamme einem streng protestantischen Elternhaus, was seine Affinität zu biblischen Themen erkläre, so Henning Lange. „Otmar Alt hält nichts von Kunst, die erklärt werden muss. Seine Kunst ist vielmehr die Kunst des Persönlichen, weil jeder etwas anderes in den Bildern sieht.“

Die beiden Organisatorinnen von Seiten der Zionskirche, Busch-Pinkal und Bärbel Steinbach, sind begeistert von der Resonanz. „Unser Ziel ist es, dass neue Gemeindehaus mit Leben zu füllen“, erklärt Steinbach, Kirchenmeisterin für das Bauwesen der Kirchengemeinde Bladenhorst-Zion. „Seit 2013 veranstalten wir im neuen Gemeindehaus regelmäßig Lesungen und Ausstellungen, die in den kirchlichen Rahmen passen“, so die Presbyterin. Beim nächsten Themenabend im Juni wird der Autor und Journalist Horst Martens mit musikalischer Untermalung aus seinem Roman „Ruben – Die Schlange im Hirsefeld“ vorlesen. Die Veranstaltungen seien im Rahmen des Jahresthemas „Wort und Bibel“ konzipiert. „Kirche und Kunst beleben sich gegenseitig“, erklärt Steinbach.