Kunst setzt sich auf die Schienen der Emschertalbahn

Danuta Karsten, Christa Zenzen und Brigitte Stüwe (v.l.) im Kunstmuseum in Gelsenkirchen-Buer.
Danuta Karsten, Christa Zenzen und Brigitte Stüwe (v.l.) im Kunstmuseum in Gelsenkirchen-Buer.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Künstlerzeche ist Partnerin des regionalen Projekts „Kunstpassage Emschertalbahn“ mit Danuta Karsten, Christa Zenzen und Brigitte Stüwe.

Herne..  Diese Reise verspricht Spannung, virtuelle vor allem: Der Kunstverein Gelsenkirchen setzt sich mit einem außergewöhnlichen Projekt auf die Schienen der Emschertalbahn. Kunst im Vorbeifahren, aber nicht ohne Smartphone. Drei Künstlerinnen setzten sich mit Geschichte, Gegenwart und Zukunft der ehemaligen Bahnstrecke von Gelsenkirchen-Bismarck nach Winterswijk auseinander.

Mit ins Boot stiegen für das ambitionierte Bahnprojekt „Kunstpassage Emschertalbahn“ der Herner Förderverein Unser Fritz, der Dorstener Kunstverein Virtuell-Visuell und die Kulturinitiative Emscher-Lippe. Schon seit 2008 setzt sich der Gelsenkirchener Kunstverein mit dem Thema Infrastruktur in der Region auseinander. Nach den Aktionen „Gahlenscher Kohlenweg“, „Kohlen-Kunst-Transfer“ und „Kunst bewegt Räume“ liegt der Fokus diesmal auf dem Weg der Eisenbahn.

Das Duo Brigitte Stüwe aus Dorsten und Christa Zenzen aus Gladbeck widmet sich unter dem Motto „Schnelle Antwort“ dem Versuch, Zugreisenden die Augen zu öffnen: Die Künstlerinnen werden in allen Wagen der Emschertalbahn QR-Codes als Folien aufkleben. Mit Hilfe der Codes können sich Reisende per Smartphone wechselnde Informationen aufs Handy laden. Brigitte Stüwe: „Mal ist ein literarischer, philosophischer oder historischer Text zu sehen, mal ein Foto, mal ein Gedicht.“ Eröffnung ist am 21. April, 17 Uhr, am Bahnhof Dorsten.

Die Recklinghäuser Künstlerin Danuta Karsten wählt für ihr Projekt „Raumquerung“ ebenfalls einen virtuellen Ansatz. Sie markiert temporär mit Sprühkreide die Bahnhöfe mit orangenen Punkten auf dem Boden. Ebenfalls über QR-Codes kann sich der Interessent dann weitere Bilder aufs Handy laden. Fotos von Seetonnen, die an die einstigen Ziele der Emschertalbahn erinnern: die Seehäfen von Rotterdam und Amsterdam. Die Aktion startet am 5. Mai um 17 Uhr am Hauptbahnhof Wanne-Eickel.

Die Künstlerzeche Unser Fritz in Herne-Wanne lädt am 12. Juni von 14 bis 18 Uhr zu einem Symposium über die „Kunstpassage“ ein. Dort sollen die Aspekte Kunst, Eisenbahngeschichte, Zeit, Raum, Kultur des Reisens und die Aufhebung des Raums durch virtuelles Reisen erörtert werden. Eintritt frei.