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Künstlerzeche zeigt die Kunst der Kaue

05.03.2010 | 18:10 Uhr
Künstlerzeche zeigt die Kunst der Kaue

Wanne-Eickel. Die dritte der zehn Ausstellungen zur Kulturhauptstadt in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 bestreitet ab Samstag die Recklinghäuser Künstlerin Danuta Karsten. Sie hat extra für die ehemalige Weißkaue, dem heutigen Ausstellungsraum, eine große Rauminstallation entwickelt.

Dort, wo früher die Bergleute ihre Alltagskleidung ablegten, wird der Betrachter von einem weißen Himmel aus unzähligen kleinen Formen empfangen. In dichten regelmäßigen Reihen hängen diese filigranen Gebilde aus leichtem, hauchdünnen Zellstoff von der Decke. Sie verschließen den Blick auf die Dachkonstruktion fast vollständig. Aus diesem einen hellen luftigen Block lösen sich erst langsam die einzelnen Formen der Textilien heraus. Erst allmählich erkennt man in ihnen immer gleiche kleine Hemden.

Danuta Karsten nimmt in ihrer Installation ganz unmittelbaren Bezug auf die Funktion der Kaue. „Ich muss mich bei meinen Arbeiten immer in einen Raum denken”, erklärt die Künstlerin. „In der Weißkaue habe ich versucht, mir die intimen Szenen des sich Auskleidens der unzähligen Bergleute vorzustellen.”

Sie hat dies zu einem sehr poetischen Bild verdichtet. Es sind zwar Bilder ohne Menschen geworden, die aber immer wieder an die Geschichte der Menschen erinnern.

Zugleich eröffnet sich ein filigranes Spiel aus Licht und Schatten. Leichte, sanfte Bewegungen, verursacht durch das Umhergehen des Betrachters, schaffen immer wieder neue Bilder und laden zu immer wieder neuen Blickwinkeln ein. Der Gegensatz aus der rasterartigen Aufhängung der immer wieder gleichen Formen und den dauernden Veränderungen machen den Reiz dieser Arbeit aus.

Danuta Karsten ist eine raumbezogene Arbeit gelungen, die nicht nur die Künstlerzeche Unser Fritz, sondern auch dessen Geschichte und die Betrachter mit einbezieht. Die Ausstellung wird am heutigen Samstag um 17 Uhr eröffnet. Es spricht der Berliner Kunstwissenschaftler Jacek Barski.

Die Arbeit von Danuta Karsten ist noch bis zum 27. März zu sehen. Öffnungszeiten Mittwoch, Samstag 15-18, Sonntag 14-17 Uhr.

Falko Herlemann

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