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Krimi trifft Klangkunst

11.07.2008 | 19:05 Uhr

Jan Zweyer liest aus seinem aktuellen Buch "Franzosenliebchen", Christof Schläger spielt seine "Soundgates".Wechselspiel zwischen Literatur und Klang verspricht einen in jeder Hinsicht spannenden Abend

Literatur und Klangkunst: Christof Schläger (r.) und Jan Zweyer bereiten für den 23. August einen spannenden Abend vor. Foto: Ruth Albus, mister magic

Es heult und flüstert und wispert in einer melancholischen Melodie. Ein unheilvoller Wind scheint durch den Teutoburgia-Wald zu streichen, Blätter reiben leise aneinander. Gerade die richtige Gänsehaut-Atmosphäre für einen Krimi.

"Manchmal passt etwas so gut zusammen, da kann man gar nicht nein sagen", meint Christof Schläger, der seinen Klanginstrumenten in der Maschinenhalle Teutoburgia die unheimliche Melodie entlockt. Gemeinsam mit dem Herner Autor Jan Zweyer, der in der benachbarten Siedlung lebt und arbeitet, bereitet er für den 23. August einen Abend unter dem Titel "Krimi und Klangkunst" vor: Jan Zweyer liest aus seinem aktuellen Buch "Franzosenliebchen" ausgewählte Kapitel, die sich auf die Siedlung Teutoburgia beziehen oder in denen Klang und Geräusche eine Rolle spielen; nach den Kapiteln spielt Christof Schläger fünf- bis zehnminütige Klangsequenzen. An Stellen, an denen es sich anbietet, sollen die Kapitel auch mit kürzeren Tonfolgen unterbrochen werden. Dabei kommen Christof Schlägers Klangtore "Soundgates" zum Einsatz: An jeweils zwei großen Metallbögen sind unterschiedliche Glocken und Tambourine befestigt, für die Schläger spezielle Stücke komponiert hat. Auch wenn er die Klangfolge vom Computer aus steuert, werden die Instrumente mechanisch durch das Anschlagen von Klöppeln gespielt. Die vier Soundgates baut er hintereinander auf, wodurch der Eindruck eines Tunnels entsteht - in dem Jan Zweyer sitzt und liest.

Zur Zusammenarbeit von Zweyer und Schläger kam es zufällig - und auch nicht. "Ich hatte schon vor längerer Zeit überlegt, ob wir nicht mal was zusammen machen könnten", sagt Jan Zweyer. "Wir leben und arbeiten ja in unmittelbarer Nachbarschaft." Aber bei diesen eher diffusen Überlegungen blieb es - bis Zweyer beim Spazieren mit seinem Hund vor der Maschinenhalle auf Christof Schläger traf, der von der Idee eines gemeinsamen Projekts sofort begeistert war, "obwohl ich mit künstlerisch übergreifenden Projekten vor Jahren weniger gute Erfahrungen gemacht habe". "Aber das Schöne ist", ergänzt Jan Zweyer schmunzelnd, "unsere Genre sind so unterschiedlich, dass es gar keine Punkte gibt, an denen wir uns streiten könnten."

Geplant ist bis jetzt eine einzige Aufführung am 23. August - für maximal 99 Besucher, denn mehr sind aus baupolizeilichen Gründen in der Maschinenhalle nicht erlaubt. Einlass: 19 Uhr.

Von Gabriele Heimeier

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