Krebspatientin schreibt über Erinnerungen im Herner Marienhospital

Hat eine harte Zeit als Krebspatientin hinter sich: Simone Heintze mit ihren Buch „Aufgeben? Niemals!"
Hat eine harte Zeit als Krebspatientin hinter sich: Simone Heintze mit ihren Buch „Aufgeben? Niemals!"
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
„Aufgeben? Niemals!“ lautet der Titel des Buches, das Simone Heintze geschrieben hat. Die 41-Jährige wurde erfolgreich im Marien Hospital behandelt.

Herne..  Den charmanten Akzent, den hat sie aus ihrer schwäbischen Heimat, mit ihrer Familie zog sie später nach Gevelsberg. Nach Herne aber kam sie vor zwei Jahren, weil das Schicksal knallhart zugeschlagen hatte – mal wieder. Brustkrebs lautete die Diagnose. Auch ein Lymphknoten war bereits betroffen.

Ein Schock für eine Frau, die bereits zweimal in ihrer Jugend, mit 13 und 16 Jahren, an Lymphdrüsenkrebs erkrankt war. Nun hat sie ein Buch geschrieben, mit dem Titel: „Aufgeben? Niemals.“ Und genau darum geht es in ihrem Werk.

„Alle drei Monate bin ich zur Kontrolle gegangen“, sagt die heute 41-Jährige. „Man hatte mir schon vor 20 Jahren gesagt, dass ich ein Risikopatient bin.“ Grund dafür sind die vielen Bestrahlungen, die sie in ihrer Jugend bereits über sich ergehen lassen musste.

„Die Chemotherapien waren damals die Hölle“, sagt sie. „Da gab es ja noch nichts gegen die Übelkeit.“ Glücklicherweise ist die Medizin heute weiter – und so kämpfte sich Simone Heintze vor zwei Jahren in der Onkologie im Marien Hospital Herne durch 24 Chemotherapien.

Therapie im Krankenhaus war eine gute Entscheidung

Aus medizinischen Gründen wurde die Therapie schließlich nicht mehr ambulant, sondern stationär im Krankenhaus durchgeführt. „Das war eine gute Entscheidung“, wie sie rückblickend betrachtet noch immer sagt.

Gut, weil sie sich vor ihren drei Kindern nicht unentwegt zusammenreißen musste. Im Krankenhaus dagegen, da war sie eine Kranke von vielen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich die dreifache Mutter gehen ließ. „Wann immer es mein Kreislauf zuließ, ging ich spazieren. Das Laufen nimmt einem den Druck, die Angst “, wenigstens für eine Weile. Auch die anschließende Brust-Operation verpackte sie relativ gut.

Ärzte waren fassungslos

Wenige Monate später die Nachsorge: Wieder ein Knoten. „Selbst die Ärzte waren fassungslos, wussten gar nicht, was sie sagen sollten. Simone Heintze dachte allein: „Das stehe ich nicht noch mal durch.“ Wieder die Entnahme einer Gewebeprobe, wieder das unerträgliche Warten auf das Ergebnis – eine Woche lang. „Ich bin ein gläubiger Mensch“, sagt sie. Also bat ich alle meine Freunde und Bekannte per E-Mail: „Betet für mich. Nicht mehr – und nicht weniger.“

Nach sieben endlosen Tagen dann die Diagnose: Dieser Knoten war nur ein Bluterguss. Die Erleichterung muss unbeschreiblich gewesen sein. Was blieb, war die Begeisterung ihrer Freunde über die Mail, die sie allen geschickt hatte: „Mensch, da musst du mehr draus machen, haben alle gesagt.“

Austausch unter den Patienten sei wichtig

So setzte sich die Frau an den Schreibtisch und schrieb ein Buch. Nicht allein, ihre Freundin und Journalistin Julia Fiedler half ihr dabei. Die größte Unterstützung aber war ihr Tagebuch: „Ich führe es seit 25 Jahren. Sonst hätte ich vieles nicht mehr gewusst.“

Viele Erinnerungen an die schwere Zeit

Der Austausch unter den Patienten sei während und nach einer Therapie wichtig. Es sei eine gute Möglichkeit, die Angst klein zu halten. Wenn man in Gesprächen mit anderen Patienten feststellt: „Ich bin mit meiner Angst nicht alleine, dann ist das durchaus heilend.“

Damit möchte sie kranken Menschen und deren Familien Mut geben. „Man darf seinem Körper mehr zutrauen als gedacht. Trotz Krankheit kann er sehr lebenstüchtig sein.“ Sich Ziele zu setzen, das sei wichtig. „Klein anfangen und nicht irritieren lassen“, so die Devise. Einer Frau, die den Titel ihres Buches wirklich lebt, darf man diese Sätze glauben.