Krankenhäuser bekämpfen Keime

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Was wir bereits wissen
Die Herner Klinikgruppen nehmen an einem landesweiten Programm gegen multiresistente Erreger teil. Händedesinfektion ist auch für Besucher wichtig.

Herne..  Mit einem Zehn-Punkte-Plan will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gegen tödliche Krankenhauskeime Vorgehen. In Deutschland sterben pro Jahr zwischen 10- und 15 000 Menschen in Kliniken, weil sie sich dort mit multiresistenten Keimen infiziert haben. Die beiden Herner Klinikgruppen – die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne / Castrop-Rauxel und die St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr – nehmen zusammen mit 350 Hospitälern an der Kampagne der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) „Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime. Keine Chance für multiresistente Erreger“ teil. Am Montag wurde das Programm vorgestellt.

In Herne werden 82 600 stationäre Patienten jährlich behandelt. In allen Herner Krankenhäusern existiert ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um dem Thema Hygiene so systematisch wie möglich zu begegnen. „Eine hundertprozentige Keimfreiheit gibt es nicht, aber wir sehen unsere Aufgabe darin, die Gefahr einer Übertragung so gering wie möglich zu halten“, sind sich Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Ev. Krankenhausgemeinschaft, und Theo Freitag, Geschäftsführer der St. Elisabeth Gruppe, einig.

„Der zentrale Ansatzpunkt unseres Hygienemanagements ist es, vermeidbare Krankenhausinfektionen zu lokalisieren und auszuschalten“, erklärte Freitag. Für alle Klinikstandorte gebe es speziell weitergebildete Gesundheits- und Krankenpfleger für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Daneben stünden zusätzlich beratende externe Krankenhaushygieniker, hygienebeauftragte Ärzte in jedem Fachbereich, Pflegekräfte und Mitarbeiter in Funktionsbereichen zur Verfügung, die sich speziell um das Thema Hygiene in den Häusern kümmerten.

Die Kliniken wollen alle beteiligten Menschen sensibilisieren. „Deshalb starteten wir im vergangenen Jahr eine besondere Aktion unter den Mitarbeitern. Sie trugen an ihrer Dienstkleidung orangefarbene Buttons mit der Aufschrift ‚Ich desinfiziere meine Hände‘. Wir möchten nicht nur bei unseren Mitarbeitenden, sondern auch bei Patienten und Besuchern das Bewusstsein für saubere Hände wecken“, sagt Bitter.

Neben der Händedesinfektion gebe es für Besucher weitere Aspekte, die helfen, Keime nicht zu verbreiten. So sollten Besucher sich nicht in Straßenkleidung auf ein Krankenbett setzen. Auch die Händedesinfektion nach dem Besuch des Besucher-WCs sollte selbstverständlich sein.

Dass dies häufig nicht der Fall ist, zeigten die Untersuchungen von Besucher-Toilettentüren: „Hier müssen wir immer wieder aufgrund des Keimbefalls feststellen, dass sich die Benutzer nach der Benutzung nicht die Hände gesäubert haben“, weiß Prof. Dr. Eckhard Müller, Leiter der Hygienekommission der Ev. Krankenhausgemeinschaft.