Kost kann Frist zur Schornstein-Erhöhung nicht halten
05.03.2010 | 16:46 Uhr 2010-03-05T16:46:00+0100
Herne/Bochum. Die Mitteilung des Bochumer Recyclingunternehmens Kost hatte einen versöhnlichen Unterton: Man werde sich natürlich an die von der Kommunalaufsicht verordnete Drei-Schritt-Strategie zur Reduzierung des Gestanks in Bochum und Herne halten, das Wetter aber sorge für eine Verzögerung.
Konkret, so kündigte das Unternehmen an, werde die Erhöhung eines Schornsteins nicht fristgerecht fertig. In Folge des strengen Winters „konnten die Fundamentierungsarbeiten nicht zeitplanmäßig durchgeführt werden”, so Hellhammer. Der Schornstein soll nun nicht wie gefordert am 6. April, sondern erst am 4. Mai fertig sein. Kost bedauere die Verzögerung und bitte die Nachbarschaft „ausdrücklich um Verständnis”.
Die vom Gestank in Riemke sowie im Herner Süden geplagten Anwohner haben aber nach Jahren der Gegenwehr nicht mehr viel Verständnis übrig: Ihren Recherchen zufolge sei auch gar nicht das Wetter verantwortlich für die Verzögerung. „Kost hat für die Erhöhung des Schornsteins noch gar keinen Bauantrag gestellt”, so Stefan Fleischmann von der Interessengemeinschaft Gartensiedlung. Eine Aussage, die der Bochumer Stadtbaurat Ernst Kratzsch auf WAZ-Anfrage bestätigt: „Uns liegt kein Antrag vor.” Aber natürlich sei ein solcher Antrag, wenn er denn komme, genehmigungsfähig.
Die Fristen gelten, sagt die Bezirksregierung
Die Bezirksregierung in Arnsberg – dort war das Thema im Oktober zur Chefsache erklärt worden– macht deutlich: Die gesetzten Fristen seien gültig. Wenn Kost aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage sei, diese einzuhalten, müsse das Unternehmen einen begründeten, schriftlichen Antrag stellen, so Sprecher Jörg A. Linden.
Die Anwohner können das neuerliche Hin und Her kaum noch begreifen. „Jetzt sollen wir anscheinend wieder zum Narren gehalten werden”, sagt Richard Blome. Man könne sich schon ausmalen, wie die Sache weitergehe. Noch eine Fristverlängerung und noch eine. „Wir haben das Gefühl, dass Arnsberg dem Druck von Kost nicht nachgeben darf.”
Überlebt Unternehmen Umsetzung der Strategie nicht?
Dass Druck im Kessel ist, entnehmen die Anwohner aus dem Text der Ordnungsverfügung, die dem Recycling-Unternehmen im Dezember 2009 zugegangen ist und der WAZ vorliegt. Dort heißt es, dass die Firma die vollständige Umsetzung der Drei-Schritt-Strategie wirtschaftlich nicht überleben würde. Kost hatte deshalb einen gesetzlich zulässigen Austausch der Mittel vorgeschlagen, was Arnsberg akzeptierte. Darüber hinaus wurde Strategie-Schritt 1 (Abfall-Lagerung und Umgang mit Abfällen im Freien) mit Ausnahmen versehen. „Diese Ausnahmen führen dazu, dass die Abfallarten, die vorher im Freien lagerten, auch weiterhin dort lagern dürfen”, sagt Richard Blome.
Blome geht längst davon aus, dass die gesamte Strategie zur Geruchsminderung nicht greifen werde. „Das Gesetz schützt uns ganz klar vor erheblichen Belästigungen, es muss aber auch angewendet und umgesetzt werden.” Sämtliche Anordnungen und Aktionen der Kommunalaufsicht hätten bisher zu keiner Verbesserung geführt. Nach zweieinhalb Jahren angeblicher intensiver Bemühungen sei dies einfach nur enttäuschend.
22:26
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08:05
So ist es.
21:10
Mich stört der Geruch überhaupt nicht obwohl ich in der Nähe der Firma an der Bochumer Str. wohne. Als das Ruhrgebiet noch keine Kultur- sondern eine Industrieregion war wäre niemand auf die Idee gekommen sich darüber zu beschweren. Heutzutage ist der deutsche Bürger offenbar äußerst verwöhnt und kann nix mehr außer jammern und nörgeln.
16:06
Gelebte Demokratie zu Gunsten der Unternehmer und Reichen. So muß es sein.
13:04
na also, geht doch.Gegen Herne war Schildbürga ja geradezu stinklangweilig.Wenn einem die armen betroffenen Anwohner nicht so leid täten, dann würde mir bei dem Geschehen bzw.Nicht-Geschehen eher der Begriff Komödie ( oder doch Tragödie ???) einfallen.Da wird den Verwantwortlichen der Firma Kost aber jetzt vor Angst die Hosen schlottern , wenn Sie bei der Nichteinhaltung d.Fristen einen schriftichen,begründeten Antrag nach Arnsberg senden müüsen. Und ich wage mal nicht allzu mutige These, dass diesem Antrag dann natürlich entsprochen wird, denn er ist ja erstens schriftlich ergangen und zweitens ja auch schließlich begründet ( ha, ha ). Schön also, wie man sich hier immer wieder gegenseitig die Bälle zuspielen kann, ohne dass sich für irgendeinen Betroffenen auch nur je etwas ändern wird.Ich sollte ein Wettbüro eröffen um Wetten anzunehmen, wie viele Jahre dieses Ping-Pong Spiel funktionieren wird.Wie hieß der Herrn RP noch gleich, der sich letztes Jahr bezgl.dieser Thematik wochenlang in der Presse als Retter sonnte und das Ganze medienwirksam zur Chefsache erklärte ???
Ich will es ja eigentlich kaum glauben bzw.nicht wahrhaben-aber bei so vielen Themen und in so vielen Bereichen fällt mir nur noch ein einziges Wort ein: BANANENREPUBLIK !!
10:24
Die sollten das Industriegebiet ausweiten, schon alleine für Arbeitsplätze.
07:32
Immer dieses Stänkern gegen frische Landluft in der Stadt.
22:22
@5 Ich brauche wenigstens nicht auf dem Lande ziehen.
Was die Kostanhänger auf dem Land ziehen, weiß ich nicht, dass die Emissionen Humanschäden anrichten kann man aus dem Kommentar allerdings klar herauslesen.
Wer das Geruchsgutachten der BR Arnsberg gelesen hat, wird solche dumpen Aussagen wie @2 und @5 ( der nur gefaked sein kann) als unterbelichteten Schwachsinn abtun.
Das die BR und die in der AGR und RVR vertretenen Politiker allerdings nicht ihre Pflicht tun zeigt, das der Filz und die Pöstchen in den Aufsichtsräten, profitabel und karierefördernd sind.
Das „Schornscheinfundament“ ist das Fundament auf dem die Betriebsgenehmigungen von der Firma Kost gebaut sind.
21:48
AGR? Ach da wirkt doch indirekt die Herner SPD mit, gelle?
19:39
Schöner gesunder Duft. Ich brauche wenigstens nicht auf dem Lande ziehen.