Kost-Anwohner sind verärgert über Nachfolge-Verhandlungen

Das ehemalige Kost-Betriebsgelände ist nach einem Brand weitgehend verwüstet. Die AGR verhandelt zurzeit mit einem Nachfolger.
Das ehemalige Kost-Betriebsgelände ist nach einem Brand weitgehend verwüstet. Die AGR verhandelt zurzeit mit einem Nachfolger.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Interessengemeinschaft Gartensiedlung ist verärgert wegen der Nachfolge-Verhandlungen für das ehemalige Kost-Gelände. Sie kündigt Widerstand an.

Herne/Bochum..  Die Bochumer Interessengemeinschaft Gartensiedlung ist verärgert. Der Grund: Die Geschäftsführung der AGR-DAR GmbH verhandelt seit einiger Zeit mit einem anderen Abfallentsorger über den Verkauf des Betriebsgeländes an der Stadtgrenze Herne-Süd/Riemke.

„Wir sind entsetzt“, sagt Vorstandsmitglied Stefan Fleischmann, der zu den Unterzeichnern eines Offnen Briefes gehört, der an die beiden Oberbürgermeister, die Ratsfraktionen, die WAZ und zur Kenntnis an den Regierungspräsidenten in Arnsberg gegangen ist. So eine Entscheidung dürfe nicht ohne den Rat und die Bürger getroffen werden. „Wir wohnen in Nachbarschaft zum Betriebsgelände, das nach einem Großbrand im August 2013 stillgelegt worden ist“, heißt es im Offenen Brief. „Wir sind entsetzt darüber, dass sich ein im Besitz der öffentlichen Hand befindliches Unternehmen klammheimlich darüber hinwegsetzt, dass Eigentum verpflichtet und zugleich dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen habe. Es kann nicht sein, dass mit dem Verkauf des Geländes an einen anderen Abfallentsorger ohne öffentliche Diskussion und ohne Rats- und Bürgerbeteiligung am Standort Rensingstraße ein Geschäftsmodell reaktiviert wird, das in der Vergangenheit durch großflächige Ausgasungen inmitten einer dicht besiedelten Fläche die Luft verpestete und auch durch erhebliche Investitionen zu keiner wesentlichen Verbesserung der Situation in der Lage war.“

Fleischmann und seine Vorstandskollegen kündigen Widerstand an. „Wir würden gerne an den Interessenten herantreten. Wenn klar ist, dass er nur Bauschutt verarbeiten will, wären die Probleme deutlich kleiner. Wenn er aber überhaupt gar nicht mit uns sprechen will, hätte er mit erheblichen Protesten zu rechnen. Wir fordern einen offenen Diskurs über die Zukunft des Betriebsgeländes und wollen Entscheidungen verhindern, die dem Gemeinwohl schaden und eine sinnvolle Entwicklung des Gewerbegebietes blockieren. Unsere Interessengemeinschaft wird alle ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen und politischen Möglichkeiten nutzen, um die Anwohner des Betriebsgeländes vor erneuten unerträglichen Belastungen zu schützen.“