Kolumbarien werden auf Herner Südfriedhof knapp

Sehr beliebt: die Kolumbarienanlage auf dem Südfriedhof. Ab dem Sommer sollen hier  neue Grabkammern entstehen.
Sehr beliebt: die Kolumbarienanlage auf dem Südfriedhof. Ab dem Sommer sollen hier neue Grabkammern entstehen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Bestattung in Kolumbarien liegt in Herne im Trend: Von 1111 seit dem Jahr 2010 gebauten Grabkammern sind auf dem Südfriedhof nur noch sieben frei.

Herne..  Knapp fünf Jahre nach der ersten Belegung eines Kolumbariums in Herne hat sich diese Art der Bestattung durchgesetzt. „Kolumbarien sind Trend“, sagt Heinz-Jürgen Kuhl, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtgrün. Die 1000er-Marke bei den Kolumbarien-Bestattungen sei mittlerweile überschritten, der Platz in den städtischen Anlagen knapp. Deshalb werde weiter ausgebaut, kündigt Kuhl gegenüber der WAZ an.

Rückblick: 2010 wurden auf dem Südfriedhof an der Wiescherstraße die ersten Kolumbarien belegt. Die Urnen der Verstorbenen ruhen dabei in Nischen, die in eine Wand oder einen Kubus eingelassen werden. In einem ersten Abschnitt wurden in der Nähe des Eingangs Auf dem Stennert 318 dieser Nischen eröffnet; sie können jeweils mit zwei Urnen belegt werden. Möglich, hieß es 2010, seien zwei weitere Bauabschnitte – wenn sie denn benötigt würden.

Sie werden. Und mehr noch: Es braucht auf dem Südfriedhof weitere Grabkammern, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. „Viele Bürger reservieren sich schon Kolumbarien zu ihren Lebzeiten“, sagt Verwaltungsmann Kuhl. Genau 1111 Grabkammern seien seit 2010 gebaut worden, gerade mal sieben davon noch frei. Deshalb würden weitere Kuben aufgestellt – im Sommer dieses Jahres mit Platz für 192 Kolumbarien und im Frühjahr 2016 mit Platz für weitere 196 Kolumbarien. Eine weitere Option auf eine neue Anlage gibt es in der Trauerhalle des Ostfriedhofs. Der Rat hat zwar soeben die Schließung der Halle beschlossen. Falls dort aber - wie von der SPD im Bezirk Sodingen angeregt - ebenfalls ein Kolumbarium entstehen soll, kann der Beschluss wieder rückgängig gemacht werden.

Kuhl erklärt den Trend unter anderem damit, dass Kolumbarien Angehörigen vergleichsweise wenig Arbeit machten, ihnen aber dennoch einen würdigen Ort für ein Gedenken böten. Gemeint ist: Pflegearbeiten, wie beispielsweise an einem Urnen- oder wahlgrab entfallen, die überall identischen Granitplatten an den Grabkammern lassen aber dennoch eine persönliche Gestaltung mit einem Schriftzug, in Silber oder Gold eingerahmt, oder einem Motiv, wie etwa einem Porträt, zu.

Gesunken ist in diesem Zusammenhang seit der Eröffnung der Kolumbarien-Anlage die Nachfrage nach Urnen-Bestattungen auf dem rund 400 Quadratmeter großen anonymen Begräbnisfeld auf dem Südfriedhof. Habe die Stadt dort 2010 und 2011 noch 97 bzw. 95 anonymne Bestattungen gezählt, so waren es 2013 und 2014 nur noch 66 und 78. Auch diese Art der Bestattung werde nicht selten gewählt, damit Angehörige keinen Pflegeaufwand hätten. Allein: „Sie haben auch keinen Ort, an dem sie Abschied nehmen können“, denn außer der Friedhofsverwaltung wisse niemand, wo wer unter der Wiese liege.