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Kultur

Können trifft Absurdität

13.06.2012 | 17:27 Uhr
Können trifft Absurdität
Daltons Orckestrar spielte am Dienstagabend in den Flottmann-Hallen Foto: Skelnik

Die vier Musiker von Daltons Orckestrar präsentierten am Dienstagabend ihr Programm „Konfitüren in Dur und Moll“ in den Flottmann-Hallen. Das Publikum war begeistert

Auf der Bühne in den Flottmann-Hallen sieht es am Dienstagabend aus, als wäre ein Instrumentengeschäft mit einem Trödelmarkt kollidiert: Jede Menge Gitarren, ein Kinderschlagzeug, ein alter Teewagen, abgewetzte Koffer und ein Stuhl ohne Lehne stehen und liegen verstreut zwischen den Mikrofonen. Mit todernster Miene betreten vier Männer in weißen Hemden und dunklen Hosen die Bühne – Daltons Orckestrar mit „Konfitüren in Dur und Moll“.

Drei greifen sich schweigend Bassgitarre, Baby-Haarbürste und Klarinette und spielen die träumerische Melodie von „Je t’aime moi non plus“. Der vierte Dalton beißt genüsslich in einen Apfel und interpretiert mit seinen Kaugeräuschen den Part von Jane Birkin neu. „Willkommen im Oberstübchen“, begrüßt der Dalton die Zuschauer nach dem Apfelgenuss. Staubtrocken präsentieren die vier Hagener – Fabi, Christoph, Edgar und Klaus – ihr skurriles Programm: Vom Walgesang von den Indianern des Westens, gespielt auf der singenden Säge bis zur großzügig mit aus dem Koffer gezogenen Gegenständen bebilderten Version von „La Paloma“. Das Publikum tobt, die Gesichter der Musiker bleiben ausdruckslos.

Musik, die zum Lachen bringt

Auch von technischen Pannen lässt man sich nicht aus der Ruhe bringen: „Da ist ‘ne Katze in der Monitorbox“, kommentiert Fabi mit steinerner Miene eine Rückkopplung. Verheddern sich zwei Verstärkerkabel, haben sie sich eben lieb.

Nicht alles erschließt sich auf den ersten Blick: Warum man zum Beispiel am besten einen Filzpantoffel auf dem Kopf trägt, wenn man mit Tortenheber, Küchenmesser und Pfannenwender musiziert. Jeder der vier Daltons spielt gleich mehrere Instrumente – und das so gut, dass sie dabei auch noch tanzen oder, wie von unsichtbaren Fäden gezogen, hüpfen können. Swing haben sie genauso auf dem Kasten – und auf der Subkontrabassbalalaika „Olga“ – wie Jazz, Rock und Kehlkopfgesang. Dazu dichten sie noch bekanntes Liedgut um. So bindet der Wildbach nicht mehr „Liebende im Nu“ sondern „Liebenden die Schuh“. Zur ruhigen Melodie hämmert Edgar verbissen auf seinem Kinder-Drumset den Takt. Wenn sie auch kein Lächeln für die begeisterten Zuschauer übrig haben, so doch mehrere Gläser Wein und jede Menge Konfetti. Als das Ende des musikalisch-bunten Wahnsinns angekündigt wird, hört man vom Publikum ein ehrlich enttäuschtes „Oooh!“

Henrike Pinkal

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Können trifft Absurdität
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2012-06-13 17:27
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