Klaus Pfeiffer geht in Herne auf fotografische Spurensuche

Fotograf Klaus Pfeiffer in der Alten Druckerei.
Fotograf Klaus Pfeiffer in der Alten Druckerei.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Unter dem Ausstellungstitel „Tracks“ lädt der Dortmunder Klaus Pfeiffer in die „Alte Druckerei“ ein. Dort sind seine Bilder noch bis 15. Mai zu sehen.

Herne..  „Ich arbeite mit dem Medium Fotografie jenseits der fotografischen Wirklichkeit“, sagt er. In seinen Arbeiten werden verschiedene Bildebenen collagehaft übereinander gelegt, „das Bedürfnis nach Eindeutigkeit wird verzerrt.“

In einer Serie von schwarz-weiß Bildern verschwimmen die Grenzen von Bild und Architektur. Klaus Pfeiffer konzentriert sich auf vorgefundene Großfotos auf Plakatwänden, er zeigt Ausschnitte, die mit der architektonischen Umgebung verschmelzen. Insbesondere diese Reihe erinnert in ihrer Bildsprache ganz bewusst an die Fotografie des späten 19. Jahrhunderts.

In einer anderen Reihe nutzt er die Technik des Fotogramms, der Fotografie ohne Kamera. Hier werden Gegenstände auf einen Scanner gelegt und im Computer bearbeitet. Aus zerknüllter Folie entstehen so Gebirge. Kleine Püppchen werden zu Figuren, die sich in seinen Landschaften bewegen. In diesen Bildern kann der Betrachter durchaus kleine Geschichten entdecken. Die extrem künstlich scheinenden Farben hüllen diese Szenerien dabei in ein ganz besonderes Licht.

In einer weiteren Reihe hat Klaus Pfeiffer mit dem Mobiltelefon Deckel der Kanalisation am „Ground Zero“ in New York fotografiert und die künstlichen Farbspuren auf ihnen mit Hilfe des Computers betont. So entstehen Bilder, die auf den ersten Blick durch ihre Schönheit beeindrucken. Erst beim intensiveren Betrachten erinnern sie an die Spuren des Schreckens des 11. Septembers.

Die Grenzen zwischen Malerei, Fotografie und Computergrafik verschieben sich in einer weiteren Reihe. Hier werden verschiedene Ebenen von fotografiertem Bild und farbigen Formen übereinander gelegt, so dass sie zu einer anderen Wirklichkeit werden.

Klaus Pfeiffer reflektiert die Möglichkeiten des Mediums Fotografie zwischen digitaler Bildmanipulation und Erinnerung an die Fotogeschichte. Er schafft dabei Bilder, die auch nach mehrmaligem Hinschauen immer Neues entdecken lassen.