Klaus Fischer drückt in Herne die Schulbank

Eine Ikone am Haranni: Klaus Fischer war zu Besuch am Innenstadt-Gymnasiumund fachsimpelte mit den Schülern auch über aktuelle Spieler.
Eine Ikone am Haranni: Klaus Fischer war zu Besuch am Innenstadt-Gymnasiumund fachsimpelte mit den Schülern auch über aktuelle Spieler.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Stürmerlegende traf am Haranni-Gymnasium auf wissbegierige Fußballfans. Beim Besuch erzählte er ihnen die Geschichte vom Tor seines Lebens

Herne..  Natürlich erzählte er auch vom wichtigsten Tor seiner Karriere: 1982 hat Klaus Fischer mit seinem legendären Fallrückzieher-Tor Fußballgeschichte geschrieben, als er im WM-Spiel gegen Frankreich das Ausgleichstor erzielte und Deutschland damit die Chance auf den Finaleinzug wahrte. „Mein wichtigstes, bestes und schönstes Spiel“, sagte Fischer. „Zwar komme ich heute mit meinem Bein nicht mehr so hoch, den Fallrückzieher kann ich aber immer noch“, sagte der 65-Jährige. Ab und zu werde er noch gefragt, ob er ihn einmal vorführen könne. „Ich bin aber immer froh, wenn ich das nicht muss.“

Schüler hatten viele Fragen

Den prominenten Experten-Besuch verdankten die Schüler des Haranni-Gymnasiums einer Projektwoche, während der sie sich mit dem Fußball im Reviers beschäftigen. „Im Mittelpunkt unseres Projektes steht, den Ruhrgebietsfußball zu beleuchten. Es geht auch um die Entstehung der Vereine und die Gründe für die Rivalitäten untereinander“, erklärte Sportlehrer Martin Rathke, der gemeinsam mit seinem Kollegen Holger Grebing für die Fußballwoche verantwortlich ist. Die Schüler hatten Fragen vorbereitet und löcherten Fischer sogleich, der in ausführlichen Antworten aus seinem Leben als Fußballer zu berichten wusste. Auf die Frage, ob Fischer froh sei, damals Fußballspieler gewesen zu sein oder ob er lieber heute Karriere gemacht hätte, geriet der gebürtige Bayer mit Wohnsitz Gelsenkirchen ins Plaudern und gab den Schülern Einblicke in eine Fußballwelt, die sie so nicht mehr kennen. „Fußball ist mein Leben. Als ich als Elfjähriger angefangen habe, habe ich mit dem Fahrrad immer acht Kilometer zum Training fahren müssen“, erinnerte sich Fischer. Auch habe er oft auf der Straße gespielt. „Das sieht man ja heute gar nicht mehr“, bedauerte er. Für seinen ersten Vertrag beim TSV 1860 München habe er ein Gehalt von 800 Mark plus Prämien bekommen. „Davon kann man heute in München gar nicht mehr leben!“ Heute verdiene ein Boateng acht Millionen Euro. „Der braucht sein Leben lang nicht mehr arbeiten gehen“, sagte die Stürmerikone, die in insgesamt 535 Bundesliga-Spielen für 1860 München, Schalke 04, den 1. FC Köln und den VfL Bochum 268 Tore schoss.

Das aber ist lange her. Die Schüler wollten vom Experten daher vor allem wissen, welchen aktuellen Verein und welchen derzeitigen Spieler er für den Weltbesten halte und welcher Spieler für welche Position der beste sei. Klaus Fischer beantwortete ihnen geduldig alle Fragen, bevor es auf den Schulhof ging – für ein gemeinsames Erinnerungsfoto mit der Legende.