„Kirmes ist bei uns das ganze Jahr“

Nach der Kirmes ist vor der Kirmes. Kaum sind auf dem Rummelplatz am Kanal in Wanne-Eickel die letzten Lose verkauft, die letzten Bratwürste gegrillt, die letzten Biere getrunken, beginnen die Vorbereitungen für die nächste Kirmes. „Bei uns ist 365 Tage im Jahr Kirmes“, schmunzelt Timo Krupp von Stadtmarketing Herne, der Pressesprecher der Cranger Kirmes. In diesem Jahr beginnt der Rummel am Kanal am Freitag, 7. August – mit dem Feuerwerk am Sonntag, 16. August, wird dann auch die 580. Cranger Kirmes Geschichte sein.

Freier Fall im „Hangover“

Federführend bei den organisatorischen Planungen im Vorfeld einer jeden Kirmes ist der städtische Fachbereich Öffentliche Ordnung (früher: Ordnungsamt), der bis bitte November die Bewerbungen für einen Standplatz entgegennimmt. Etwa 500 Plätze sind auf dem Areal zwischen Dorstener Straße, Heerstraße und dem Kanal zu vergeben – weit über 1500 Anfragen lagen in diesem Jahr vor. „Nicht einmal jeder dritte Bewerber erhält eine Zusage“, erklärt Timo Krupp das Auswahlverfahren, das Mitte April mit den unterschriftsreifen Verträgen abgeschlossen wurde. Jedes Jahr kommen auch vier bis fünf Kirmes-Neuheiten nach Crange, damit auch die Wagemutigsten unter den erhofften über vier Millionen Besuchern zu ihrem Recht kommen. Diesmal ist es zum Beispiel der Free-Fall-Tower „Hangover“ – „ein Fahrgeschäft, bei dem der Name Programm ist“, verspricht Krupp.

Eröffnung mit Jürgen Drews

Viel Arbeit in der Vorbereitung kostet auch die Eröffnungsveranstaltung im Bayern-Festzelt. Ob Heino, DJ Ötzi, Michael Holm oder die Hermes-House-Band – viele Stars der Partymusik-Szene haben dort schon die tollen Tage eingeläutet. In diesem Jahr wird es Jürgen Drews sein, der gemeinsam mit der Gruppe „Voxxclub“, die bekannt ist für ihre Volksmusik im A-Cappella-Stil, das Zelt zum Kochen bringen will. Aber natürlich erst nach dem kurzen „Staatsakt“, wenn Hernes OB Horst Schiereck (für ihn ist es das letzte Mal) mit Böllerschüssen und den magischen Worten „Piel op no Crange“ die Kirmes offiziell eröffnet hat.

„Fritz Pin“ ist gefragt

Die Eröffnung am Freitag, der Kirmesumzug am Samstag, zwei Höhenfeuerwerke am ersten und letzten Tag sowie der Familientag – das Gerüst der 580. Cranger Kirmes steht. Hinzu ergänzen aber immer neue Ideen und Aktionen die Klassiker: So am zweiten Kirmes-Samstag eine Parade mit alten Kirmeswagen, die „Schlager-Party“ im Bayern-Festzelt – erstmals an zwei Abenden – oder die nicht nur bei Kirmes-Freaks beliebten „Crange-Erlebnisse“ wie zum Beispiel ein Picknick im Riesenrad oder ein Blick hinter die Kulissen, die ab Ende Juni buchbar sind. Wer den Kirmesstart überhaupt nicht abwarten kann, sollte seine Vorfreude mit dem „Fritz-Pin“ zeigen. 5000 Stück wurden für die Auflage 2015 produziert, „schon in der ersten Woche waren über 400 verkauft“, unterstreicht Timo Krupp die Beliebtheit des Ansteckers, dessen Vorgänger auch unter echten Sammlern gefragt sind. Noch etwas warten muss der Kirmes-Fan auf die beliebten Fahr- und Schlemmerpässe, die den Kirmesbesuch preiswerter machen. Krupp: „Da stecken wir gerade mitten in den Planungen. Spätestens Ende Juni wird es die Pässe an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet geben.“