Kirchen in Herne unterstützen der Kita-Streik

Die Erzieher streiken, 19 städtische Kitas sind dicht.
Die Erzieher streiken, 19 städtische Kitas sind dicht.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Kirchen in Herne unterstützen den Streik im Sozial- und Erziehungsdienst, und auch die KAB solidarisiert sich mit den Beschäftigten.

Herne..  Der Streik der Erzieher in den kommunalen Kindertagesstätten bereitet vielen Eltern und Großeltern Kopfzerbrechen, aber nicht allen. Denn nur ein gutes Viertel der Herner Kitas, 19 an der Zahl, läuft unter städtischer Regie. 34 Einrichtungen sind evangelisch oder katholisch (jeweils 17), fünf Kitas werden von der Lebenshilfe betrieben und acht verteilen sich auf weitere Träger wie „Plan B“ oder „Hibernia“. In all diesen Kitas wird nicht gestreikt, aber: „Die Forderungen der Erzieherinnen werden von Dechant und Superintendent geteilt“, sagen Dekanatssprecher Heinz Otlips und Sabine Schwesig, pädagogische Fachberaterin für Kindereinrichtungen im Ev. Kirchenkreis, einmütig.

In den kirchlichen Einrichtungen dürfe nicht gestreikt werden, erläutert Otlips. In der Regel würden aber die Tarifabschlüsse mit der Gewerkschaft Verdi spätestens ein halbes Jahr später übernommen. Auch etliche Mitarbeiter in kirchlichen Kitas seien gewerkschaftlich organisiert.

Eltern aus der Klemme helfen könnten aber weder die katholischen noch die evangelischen Kitas: „Wir sind zum Teil sogar überbelegt, es sind keine Reserven vorhanden“, erklärt Schwesig. Man müsse sich aber auch in die Rolle der Kinder versetzen, die nicht vom einen Tag auf den anderen ihre Gruppe wechseln wollten.

Beide kirchlichen Träger unterstützen die Verdi-Forderung nach höheren Eingruppierungen der Erzieher. Anforderungen und Stress stiegen ständig. Allerdings werden auch die kirchlichen Kitas nur zu rund zehn Prozent von den Kirchen finanziert. Rund 90 Prozent berappt die Stadt. „Wir zahlen den deutlich kleineren Teil“, erkennt Otlips an.

Auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) solidarisiert sich mit den Streikenden und spricht sich für eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe aus. In einer Mitteilung schreiben Bezirksvorsitzender Michael Musbach, sein Stellvertreter Bernhard Niemann, Präses Burkhard Pepping und sein Stellvertreter Wolfgang Andratschke: „Die Entlohnung entspricht schon lange nicht mehr dem, was in der täglichen Arbeit von den Mitarbeitern gefordert ist. Die Anerkennung dieser Arbeit durch die Eingruppierung in eine angemessene Entgeltstufe ist daher zwingend notwendig.“ Das Aufgabenfeld von Erziehern in Kindertagesstätten habe sich erheblich erweitert, heißt es weiter. Frühkindliche Bildung, Sprachförderung, Inklusion oder der wertschätzende Umgang mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen, die Vernetzung mit Institutionen und Ämtern erforderten breite Kompetenzen. „Zudem sehen sich Erzieherinnen gestiegenen Ansprüchen von (häufig überforderten) Eltern und Schulen gegenüber“, schreiben die KAB-Vertreter weiter.

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