"Keiner wird abgewiesen"
25.06.2007 | 04:20 Uhr 2007-06-25T04:20:43+0200Selbst wenn das alte Maschinenhaus der Zeche Unser Fritz II/III nach seinem Umbau zur Kulturbegegnungsstätte nicht barrierefrei sein wird, verspricht der Förderverein, behinderten Besuchern den Zugang zu ermöglichen
"In der Zeche ist noch niemand abgewiesen worden." Und das werde künftig so bleiben, wenn die Maschinenhalle auf dem ehemaligen Gelände von Unser Fritz II/III für eine Nutzung als Kulturbegnungsstätte umgebaut sein wird, sagt die zweite Vorsitzende des Fördervereins der Künstlerzeche, Dorothea Schulte.
Für Verwirrung hatte eine Meldung gesorgt, wonach der Behindertenbeirat der Stadt per Empfehlungsbeschluss die Verwaltung aufgefordert habe, in die Umbaupläne einen barrierefreien Zugang und ein Behinderten-WC einzuplanen. Dies aber, so stellte sich nun heraus, ist nicht der Fall. Der Behindertenbeirat hat entgegen der Darstellung von Beirat-Pressesprecher Karl-Heinz Strath nichts beschlossen. Vielmehr will er sich laut Sitzungsprotokoll in einer seiner nächsten Sitzungen von der Verwaltung über die Umbaupläne informieren lassen, um sich zunächst ein Bild von den Gegebenheiten am alten Maschinenhaus zu machen.
Der finanzielle Aufwand, für das Gebäude einen barrierefreien Zugang zu schaffen, da ist sich der Förderverein einig mit der Stadt, wäre enorm. Vereinsvorsitzender Jens Blome verweist auf das 3,50 m hohe Fundament-Geschoss, das es zu überbrücken gälte. Eine Rampe zu bauen, so der praktizierende Architekt, sei nicht möglich. Bei den gesetzlichen Bestimmungen müsse sie 60, 70 m lang sein, um mit einer maximal zulässigen Steigung von 6 % und Zwischenpodesten die 3,50 m zur geplanten Eingangsterrasse an der Südseite der Halle zu überwinden.
Die Investition in einen Aufzug an der Frontseite des Gebäudes (Investitionskosten laut Blome ca. 100 000 E) hält der Förderverein für unverhältnismäßig, zumal der Trägerverein nicht in der Lage sei, die Folgekosten für Betrieb, Wartung und TÜV-Abnahme aufzubringen bzw. die Notrufbereitschaft zu organisieren. So verspricht der Förderverein, körperbehinderte Besucher in die Kulturhalle hochtragen zu wollen. "Wir haben immer Leute hier, die bereit sind zu helfen", so Dorothea Schulte.
Zum Thema Behinderten-WC: In der Künstlerzeche ist bereits eine vorhanden, laut Blome "ist sie in den letzten fünf Jahren von drei Besuchern genutzt worden". Der Förderverein hält diese Toilette für ausreichend, weil der Bau eines zusätzlichen WCs in der Maschinenhalle ebenfalls mit erheblichem Aufwand verbunden wäre.
Blome hofft, dass der Behindertenbeirat - vielleicht bei einem (ersten) Ortstermin am Maschinenhaus - zur Einsicht kommt, dass Aufzug und Behinderten-WC nicht zu machen seien. "So ein Projekt", so Blome mit Blick auf die Fördermittel, "hängt immer am seidenen Faden." Eine unsachliche Diskussion schade nur.
"Wir haben immer Leute hier, die bereit sind zu helfen"
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