Katalog zu „liquid area“ erschienen
03.11.2010 | 13:24 Uhr 2010-11-03T13:24:00+0100
Herne.Am 17. Oktober endete mit der Ausstellung „Wasserfarbe“ die Reihe „liquid area“. Nun ist ein Katalog zu der Reihe erschienen.
In vier Ausstellungen hatten sich die Flottmann-Hallen und die Städtische Galerie im Schlosspark Strünkede im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 dem Thema Wasser gewidmet. Nun liegt der umfangreiche Katalog vor, der dieses Projekt dokumentiert. Viele der Arbeiten sind direkt für die Ausstellung konzipiert worden und erst vor Ort entstanden. Der Katalog hält diese oft vergänglichen Projekte mit vielen Fotos fest.
Andreas Steffens hatte schon in die jeweiligen Ausstellungen eingeführt, jetzt hat er auch den einleitenden Text geschrieben. Er lädt zu einer großen Reise durch die europäische Geistesgeschichte ein, die sich immer wieder mit dem Thema Wasser beschäftigt hat. Philosophie, Literatur vermischen sich hier ein wenig unvermittelt mit ein wenig Kunstgeschichte. Es ist sicherlich ein sehr anspruchsvoller Text, der allerdings nur wenig zur Erklärung oder zur Einordnung der ausgestellten Kunstwerke beiträgt.
Schaut man sich den Katalog an und erinnert sich an die Ausstellungen, wird allerdings auch eine gewisse Beliebigkeit der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler deutlich. Die Zuordnung zu den vier Themenkomplexen „Wasserspiegel, Wasserwege, Wasserspiele und Wasserfarben“ scheint eher zufällig oder irgendwie willkürlich. Auch die Texte zu den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern schaffen es nur selten, hier einen Zusammenhang herzustellen.
Das mindert die künstlerische Qualität einzelner Beiträge zu dieser Reihe natürlich nicht. Da gab es schon einige bemerkenswerte Highlights wie zum Beispiel das Boot von Dirk Schlichting in der Städtischen Galerie oder auch die Arbeiten von Claudia Schmacke oder auch Matthias Schamp in den Flottmann-Hallen, um nur einige zu nennen. Doch vieles lief an dem selbst gestellten Thema doch ein wenig vorbei. Die Versuche, hier einen kunstphilosophischen Hintergrund zu begründen, schlugen auch eher fehl. Da gab es viel Kunst, die wenig sinnlich war, aber mit einem oft kaum nachzuvollziehenden intellektuellen Anspruch inszeniert war. Dennoch sollte man sich den Katalog nicht entgehen lassen. Etwas Nachhaltiges sollte bei den Projekten zur Kulturhauptstadt ja auch dabei sein.
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